Lokales Stroh macht froh: Franken leben im Getreide-Haus!

Dusche und Kompost-WC sind bei Christine und Hubert Bathon direkt im Grünen. Für das Ökopaar ist die Natur der größte Luxus. Foto: dpa

Mit Kompost-WC und Dusche im Garten: Christine und Hubert Bathon vermieten ihr Steinhaus – und wohnen seit zwei Jahren auf zwölf Quadratmetern

 

PARTENSTEIN Unglaublich: Obwohl sie ein gemauertes Haus besitzen, leben Christine und Hubert Bathon seit zwei Jahren in einem Strohhaus im eigenen Garten – auf nur zwölf Quadratmetern!

Ihr Ökohaus aus Holz, Lehm und 200 Strohballen hat das Ehepaar aus dem Ort Partenstein im Kreis Main-Spessart selbst gebaut. Zum Duschen gehen die Ökofreaks in den Garten. Ein Wohnwagen dient als Kleiderschrank. Musikzimmer und Bibliothek sind im Gartenhaus untergebracht.

Nicht aus Geldnot, sondern aus Überzeugung lebt das Paar so: „Wir wollten mehr Natur und Freiheit“, sagt Hubert Bathon. Mit einem Kompost-WC, das der 51-jährige Ergotherapeut und Naturpädagoge vor zwei Jahren im Garten baute, fing alles an. Dort machten die beiden ihr Geschäft in der Hocke – zum Beckenbodentraining.

Bald folgte die Strohhaus-Idee. Mit Freunden errichtete Hubert in drei Monaten das Haus aus Trocken-Getreide mit Ziegeldach und Schornstein. Wegen der geringen Größe ging es ohne Baugenehmigung. Gut 7000 Euro kosteten Baustoff und Solaranlage. Seither leben die Bathons dort. Ihr „echtes“ Haus haben sie inzwischen vermietet.

Dass ihre Lebensweise viele abschreckt, sieht das Paar an der eigenen Familie. „Meine Eltern sagen, sie könnten das nicht“, gibt Christine zu. Auch Partensteins Bürgermeister Stephan Amend meint: „Meins wäre das nicht.“ Trotzdem zählt der Fachverband Strohballenbau in Bayern etwa zehn, bundesweit sogar 170 Strohwohnhäuser.

Ganz ohne Luxus wollen die Bathons doch nicht leben: Ein Auto für den Job, Waschmaschine und Computer sind ein Muss. „Man kann nicht auf alles verzichten.“ Reisen ist kein Thema. „Was wir brauchen, liegt vor der Haustür. Die Natur ist der größte Luxus.“ dpa

 

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