Lokales Steuersünder verurteilt

Der Geschäftsmann wirtschaftete am Finanzamt vorbei. Foto: dpa

Ein Unternehmer setzte seine ganze Familie als Betriebsausgaben ab – und sparte damit 110.000 Euro...

 

NÜRNBERG Ganz schön dreist: Seine ganze Familie setzte ein Klein-Unternehmer als Mitarbeiter auf die Lohnliste, um mit so erhöhten Betriebsausgaben seine Gewinne zu drücken. Pech nur, dass es bei der Betriebsprüfung herauskam. Wegen Hinterziehung von 110.000 Euro an Steuern war Hans B. (64, Name geändert jetzt vor dem Nürnberger Amtsgericht angeklagt.

Der Betriebswirt hatte für seinen Betrug am Fiskus einen Strafbefehl über 16.000 Euro erhalten und dagegen Einspruch erhoben. Denn alles sei ganz korrekt abgelaufen. Die Ehefrau machte laut des Inhabers einer Elektronikteile-Firma die Buchhaltung, seine Tochter die Werbung und der Schwiegersohn war der Helfer fürs Grobe. Doch der Betriebsprüfer wunderte sich, dass er diese Mitarbeiter bei seinem mehrtägigen Besuch nie antraf. „Alle im Urlaub“, hieß es.

Seltsam war auch, dass es keine Unterlagen über ausgezahlte Gehälter gab. Ebenso fehlten Belege über angeblich angeschaffte Maschinen für tausende von Euro. Die genannten Lieferanten existierten auch nicht. Nicht nachvollziehbar fand der Prüfer zudem, dass Hans B. Verluste aus Aktiengeschäften in fünfstelliger Höhe als Betriebsausgaben geltend machte. „Mit den erwarteten Gewinnen wollte ich eine teure Maschine anschaffen“, rechtfertigte er sich. Aber die Aktien standen nur ein Jahr lang als Betriebsvermögen in der Bilanz, wurden dann wieder ins Privatvermögen verbucht.

Nach stundenlanger Beweisaufnahme riet Richter Klaus Hellein dem Angeklagten dringend, seinen Einspruch zurückzunehmen. Mit 16.000 Euro Strafe sei er für seine falschen Angaben noch gut weggekommen. Was Hans B. schließlich einsah.cis

 

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