Lokales Sandler folterte seinen Kumpel zwölf Stunden lang zu Tode

Hat die Tat gestanden: der 34-jährige Angeklagte. Foto: dpa

Obdachloser vor Gericht: Wahnsinns-Tat mit 45 Hammerschlägen und 19 Messerstichen

 

WÜRZBURG Im Prozess um den qualvollen Tod eines Obdachlosen hat der Angeklagte (34) gestern die Tat gestanden. Er räumte vor dem Landgericht Würzburg über seinen Verteidiger ein, einen 39-Jährigen mit mindestens 45 Hammerschlägen und 19 Messerstichen getötet zu haben!

Im Prozess geht es nicht um eine Verurteilung des Mannes wegen Mordes. Bei dem so genannten Sicherungsverfahren wird geprüft, ob er dauerhaft in die Psychiatrie muss.

Der Mann schilderte zu Prozessauftakt seine Krankengeschichte. Immer wieder sprach der Einzelhandelskaufmann von Depressionen. „Ich habe nicht viel arbeiten können“, sagte er. 1998 habe er das erste Mal Stimmen gehört. „Nicht durchgehend. Sie kommen und gehen. Die Stimmen sind mal freundlich, aber auch mal unfreundlich.“

Polizisten erklärten, dass der Beschuldigte sich nach der Tötung seines Kumpels selbst bei der Polizei gemeldet hat. „Ich habe ihn bestraft – und zwar in Selbstjustiz“, sagte er Tatverdächtige damals nach Worten eines Beamten.

Das Opfer hatte mit dem Beschuldigten wenige Wochen gemeinsam in einem Zimmer eines Würzburger Obdachlosenheims gelebt. Warum der 34-Jährige seinen Kumpel in einer mehr als zwölf Stunden dauernden Tortur getötet hat, ist noch unklar. Der Prozess soll morgen fortgesetzt werden. dpa/azn

 

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