Lokales Noch vor dem Christkind kommt die neue S-Bahn

Warten auf die S-Bahn-Zukunft: Ab 15. Dezember soll der Betrieb auf dem dann auf 224 Kilometer ausgebauten Netz laufen. Foto: Berny Meyer

Der Betrieb auf dem neuen, 224 Kilometer langen Netz, startet am 12. Dezember

 

NÜRNBERG 30550 Meter Gleis und 80 neue Weichen sind verlegt, 137000 Tonnen Schotter aufgeschüttet, 162 neue Signale und 775 Oberleitungsmasten aufgestellt: Die Bauarbeiten für die neue S-Bahn sind fast fertig! Ab 12. Dezember sollen die Züge im 20- und 40-Minuten-Takt verkehren. Insgesamt 400 Millionen Euro wurden investiert. Das Netz wächst von 67 auf 224 Kilometer, wenn nun die S-Bahn-Strecken nach Ansbach, Hartmannshof, Neumarkt und Forchheim/Bamberg neu dazukommen.

Bevor es so weit ist, müssen aber noch etliche Arbeiten erledigt werden. So wird die Strecke von Nürnberg nach Fürth vom 19. bis 22. November wegen Gleis- und Stellwerksarbeiten komplett gesperrt. Allerdings wird nicht alles fertig: An acht Bahnhöfen können die Aufzüge nicht eingebaut werden, weil es zu Lieferengpässen kommt. Ansonsten sind ab Dezember 55 der 74 Stationen barrierefrei. Weitere elf Stationen kommen bis Ende 2011 dazu.

Wird die Stadt Fürth klagen?

Das sind die Probleme, die die Bahn beeinflussen kann. Doch viel massiver sind die Komplikationen, die durch die Politik ausgelöst werden. Der Fürther Stadtrat kämpft gegen den geplanten Verschwenk der Trasse durchs Knoblauchsland. Deshalb wird der Start der S1 Richtung Erlangen und Bamberg aufgehalten. Stattdessen soll die S-Bahn Trasse entlang der bestehenden Fernzug-Trasse fahren. Mitte November soll der Vergleich beider Trassen vorliegen. Dann soll klar sein, welche Variante wirtschaftlicher ist. Muss umgeplant werden, dauert das. Wenn nicht, will die Stadt Fürth klagen. Die Bahn hat darauf reagiert.

Um überhaupt den S-Bahn-Betrieb Richtung Norden aufnehmen zu können, wird der Bahnhof Vach für teures Geld provisorisch umgebaut. Mitte 2011 soll er fertig sein. Überhaupt läuft auf diesem Ast der S1 am wenigsten rund. Auch der Umbau der Bahnhöfe Eltersdorf, Erlangen und Baiersdorf wird bis zu einem Jahr später fertig.

Michael Reiner

Wie sich das Angebot durch den neuen Takt verbessert, lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer AZ am Mittwoch, 13. Oktober

 

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