Lokales Memorium Nürnberger Pozesse: Westerwelle eröffnete die Ausstellung

Guido Westerwelle mit Nürnbergs OB Ulrich Maly und seinem Amtskollegen, dem russischen Außenminister Sergej Lawrow (v.r.n.l). Foto: dpa

200 Journalisten aus aller Welt berichteten gestern vom Festakt im Justizpalast. Bundesaußenminister Guido Westerwelle: „Der Prozess war eine ganz große historische Leistung“. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ließ sich vertreten

 

NÜRNBERG Politiker aus Russland, Amerika, Frankreich und England waren gekommen, 200 Journalisten aus aller Welt wollten berichten: Rund 400 internationale Gäste gingen gestern Nachmittag mit auf eine Reise in eine Zeit, in der in Nürnberg Weltgeschichte geschrieben wurde. In einem Festakt wurde die Erinnerungsstätte an die NS-Kriegsverbrecherprozesse im Nürnberger Justizpalast von Außenminister Guido Westerwelle und dem russischen Amtskollegen Sergej Lavrov eröffnet. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer nahm nicht teil. Er wurde von Justizministerin Beate Merk vertreten.

Westerwelle: „Die Nürnberger Prozesse waren die Antwort auf die Perversion des Rechts im NS-Deutschland“

„Die Nürnberger Prozesse waren die Antwort auf die Perversion des Rechts im NS-Deutschland“, sagte Westerwelle. Es sei eine „ganz große, eine historische Leistung“ gewesen, dass die Alliierten der Versuchung widerstanden hätten, Rache zu üben und stattdessen den schwierigeren Weg gewählt hätten. Damit hätten sie juristisches und zivilisatorisches Neuland betreten und die Entwicklung des Völkerrechts vorangetrieben. Sergej Lavrov bezeichnete den Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess als den größten und wichtigsten in der Geschichte der Zivilisation. Die Frage der Rache, so sagte er, habe sich den Alliierten damals nicht gestellt.

Oberbürgermeister Ulrich Maly bezeichnete den Saal 600 als „authentischen Ort der Weltgeschichte“. Matthias Henkel, Chef der städtischen Museen, schwärmte von einem „Ort des Erinnerns und der Erkenntnis“. Die Ausstellung sei daher auch eine Aufforderung, in die Zukunft zu blicken. Durch Einbeziehung des 1993 eingerichteten Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag spannt das Memorium denn auch einen Bogen zur Gegenwart. azn

In der Print-Ausgabe vom Montag, 22. November, erklärt die AZ ausführlich die neue Erinnerungsstätte im Justizpalast an der Fürther Straße.

 

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