Lokales Lönneberga: Lausbuben mit Crossover-Küche

Im fränkischen Lönneberga hängen die drei Betreiber immer an der Wand: Kellnerin Nadja und Service-Chef Werner Krögel posieren vor dem Gemälde, das Cornelia Krug zur Eröffnung schenkte. Foto: Schaller

Das Dorf aus Astrid Lindgrens Kinderbuch stand Pate für das beliebte Speiselokal in der Nordstadt

 

NÜRNBERG Die fränkische Variante von „Lönneberga“ liegt in der Nordstadt. Doch sie beherbergt weder Romanfigur Michel, noch Spezialitäten aus der IKEA-erprobten Schwedenküche wie Graved Lachs und Köttbullar. Trotzdem schenkt das Dorf aus Astrid Lindgrens Kinderbuch-Klassiker dem Restaurant in der Uhlandstraße seit zehn Jahren seinen Namen.

Bei Kartoffelcremesuppe, Hühnchen-Salat, Penne mit Austernpilzen und Spinat oder orientalischer Lammhaxe stellt sich mancher Gast die Frage: Warum heißt das Lokal eigentlich so? „Am Essen liegt es jedenfalls nicht“, lacht auch Werner Krögel, der das Lokal mit seinen Partnern Stephan Stiegler und Peter Krug betreibt. „Es war einfach schwierig einen originellen Namen für unser Restaurant zu finden“, erzählt Krögel.

Nach längerer Suche landeten die drei „Lausbuben“ schließlich in Skandinavien. Michels Heimat brachte ihre Meinungen unter einen Hut. Heitere Kindheitserinnerungen an Schweden-Abenteuer teilen die Erschaffer des fränkischen Lönneberga seitdem genauso wie die Organisation des Restaurants. Werner Krögel ist für den Service zuständig, Stephan Stiegler und Peter Krug haben in der Küche das Sagen.

Eine Crossover-Mischung aus internationaler und fränkischer Kost wollen sie im Lönneberga bieten. Wer Fleisch oder Fisch liebt, probiert das Roastbeef mit Rucola, Kräuterbutter und Kartoffelgratin für 14,80 Euro oder Tintenfisch auf „Canarische Art“ (11,80 Euro). Bei gesundheitsbewussten Essern kommen oft Gemüse-Kartoffelgratin mit Salat (7,90 Euro) oder das frische Gemüse aus dem Wok mit Entenbrust (11,90 Euro) auf die Teller.

Jeden Tag locken andere Neuheiten

Doch der Auszug aus der Karte zeigt nur einen Bruchteil der gebotenen Speisen. Jeden Tag kommen auf Lönnebergas Tafel andere Neuheiten hinzu. Stammgäste belagern deshalb gleich nach dem Eintreten die Wand mit der Tageskarte. Dort werden in Kreide-Handschrift zum Beispiel Thai Curry mit Ente, Lendchen mit Senfsauce und Kartoffelgratin oder Wildsauerbraten mit Spätzle angekündigt. Nicht zu übersehen ist der Nachtisch, der eine Extra-Tafel mit Buchstaben bestückt. Kürbiskrokant-Parfait, Vanille Panna Cotta oder Mascarpone-Creme sind am Mittwoch besonders günstig: Denn am „Dessert-Tag“ können Naschkatzen im Lönneberga für 3,50 Euro je Portion über die Süßigkeiten herfallen. Dank Caipirinha, Piña Colada und Daiquiri ist das Restaurant freitags besonders gut gefüllt. An diesem Abend werden zur Einstimmung aufs Wochenende Cocktails gemixt.

Bunte Besonderheiten fürs Auge sind dagegen jeden Tag zu bewundern: Die drei Lönneberga-Gründer auf Leinwand und andere Kunstwerke schmücken die Wände des Gastraums. Alle Gemälde entspringen dem Pinsel von Cornelia Krug, der Frau von Koch und Mitbegründer Peter Krug.

Wer im Lönneberga mit Blick auf Köche und Kunst speisen möchte, sollte reservieren. Vor allem am Wochenende haben Hungrige sonst schlechte Karten. Wäre er zu Gast, würde Lindgrens Lausbub Michel jedoch sicher satt werden. Und dabei für manche Überraschung sorgen... S. Schaller

Restaurant Lönneberga, Uhlandstr. 21, 90408 Nürnberg, Tel.0911/3668896, Geöffnet: Di-So 18-1 Uhr; Mo. Ruhetag

 

0 Kommentare