Lokales „Krumme“ Landung für weniger Fluglärm

Künftig leiser? Eine Air Berlin-Maschine nach ihrer Landung am Nürnberger Flughafen. Foto: bayernpress.com

Ein satellitengestütztes Navigations-System macht’s möglich - bald auch in Nürnberg

 

NÜRNBERG/BRAUNSCHWEIG Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Fluglinie Air Berlin haben ein neues Verfahren zur Reduzierung von Fluglärm über Wohngebieten getestet. Bei 15 Landungen auf dem Braunschweiger Forschungsflughafen habe man erstmals den gekrümmten Anflug erprobt, sagte der Direktor des DLR-Instituts für Flugführung, Dirk Kügler. Mit Hilfe des neuen, satellitengestützten GLS-Navigationssystems könne man dadurch gezielt Wohngebiete umfliegen. Der Nürnberger Flughafen ist einer der wenigen Airports, die damit ausgestattet werden sollen.

Bei den Test in Braunschweig flog eine Maschine der Air Berlin genau die gekrümmten Anflüge nach, die bald am Frankfurter Flughafen nachts zu einer Reduzierung der Zahl der stark von Fluglärm betroffenen Bürger sorgen sollen. Dabei werden am Boden Lärmmessungen durchgeführt, die in den nächsten Monaten noch ausgewertet werden müssen.

Ralph Riedle, der Geschäftsführer der Deutschen Flugsicherung, sagte, die neuen Anflugverfahren seien aus seiner Sicht genauso sicher, wie der bislang übliche gerade Anflug über einen Leitstrahl. Er rechne noch dieses Jahr mit der Genehmigung des Bundesverkehrsministeriums.

Bei der ersten praktischen Erprobung des gekrümmten Landeanflugs in Frankfurt sollen dicht besiedelte Gebiete, etwa in Offenbach, gezielt umflogen werden. Der krumme und steilere Anflug und weitere Maßnahmen sollten die Höchstbelastungen durch nächtlichen Fluglärm unter dem Strich um rund 40 Prozent reduzieren, sagte der DLR-Vorstandsvorsitzende Johann-Dietrich Wörner.

 

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