Lokales Killer im Hungerstreik

Alexander R. wird vorgeworfen, die Arbeitskollegin und dreifache Mutter Carmen S. (32) erstochen zu haben. Anschließend war er über ein Jahr auf der Flucht, bedrohte seine Verwandten, narrte die Polizei. Jetzt ist der Häftling im Hungerstreik – am Montag soll der Prozess gegen ihn beginnen. Foto: Polizei

Am Montag beginnt der Mordprozess gegen Alexander R. (37) aus Mespelbrunn. Er hat im Juli 2008 eine dreifache Mutter erstochen, jetzt weigert er sich im Knast, zu essen

 

ASCHAFFENBURG Ein Jahr lang versteckte sich der mutmaßliche Frauenmörder von Mespelbrunn vor der Polizei, bevor er im Juli gefasst werden konnte. Ab Montag wird dem 37-jährigen Alexander R. der Prozess vor dem Landgericht Aschaffenburg gemacht. Allerdings ist noch unklar, ob der Killer zum Prozessauftakt verhandlungsfähig ist: Der Angeklagte befindet sich in der Würzburger U-Haft seit Wochen im Hungerstreik. Alexander R., der unter ärztlicher Aufsicht steht, ist so abgemagert, dass er sogar im Rollstuhl sitzen muss.

Die Anklageschrift ist lang: Mord, schwerer Raub, schwere räuberische Erpressung, erpresserischer Menschenraub, Geiselnahme, Freiheitsberaubung und Computerbetrug. Doch bisher hat Alexander R. aus dem kleinen Spessart-Dorf Heimbuchenthal (Kreis Aschaffenburg) eisern zu den Vorwürfen geschwiegen. „Es gibt Anzeichen, dass er auch im Gericht nichts sagen wird“, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Irene Singer.

Dabei könnte der Mann wohl viel erzählen: Am 25. Juli 2008 soll er seinem Opfer, der 32-jährigen Carmen, mit seinem Auto auf den Parkplatz des Schlosshotels Mespelbrunn gefolgt sein. Er liebte die dreifache Mutter, wollte eine Beziehung mit ihr. Doch Carmen war verheiratet und erwiderte die Gefühle des Angeklagten nicht. Aus Wut und Ärger darüber soll Alexander R. sein ahnungsloses Opfer schließlich mit einem Küchenmesser eiskalt abgestochen haben.

Nach der Messerattacke tauchte Alexander R. unter. Er wagte sich aber immer wieder in den Spessart zurück, soll unter anderem ins Haus von Verwandten eingestiegen sein und von diesen Geld und EC-Karten erpresst haben. Im vergangenen Juli konnte er nach gut einjähriger Flucht in Frankreich festgenommen werden.

Für den Prozess sind zehn Verhandlungstage angesetzt. Der Staatsanwalt möchte Alexander R. lebenslang hinter Gitter bringen. Zudem sollte die besondere Schwere der Schuld festgestellt und Sicherungsverwahrung angeordnet werden. dpa/azn

 

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