Lokales In Franken ist das (schlechte) Wetter am schönsten

Dicke Regenwolken über Franken: Das ist – im Vergleich zum restlichen Deutschland – eher selten der Fall. Hier gibt’s die meisten Sonnenstunden. Foto: dpa

Meteorologen verglichen die Wetterdaten aus 30 Jahren: Hier ist es sonnenreich und relativ warm.

 

NÜRNBERG Dauergrau, viel zu kalt – jeder jammert momentan übers Wetter: Doch gerade wir haben eigentlich keinen Grund dafür. Das fanden die Wetterfrösche des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) heraus. Für „Spiegel online“ bereiteten sie die neuesten Daten des Deutschen Wetterdienstes aus 18 deutschen Städten auf. Das verblüffende Ergebnis: Das schlechteste Wetter herrscht im Westen. Und das beste in Franken!

Auch wenn es dieses Jahr bisher nicht so ist: „Das Klima von Franken vereint viele Vorteile: Es ist sonnenreich und relativ warm“, erklärt IWK-Chef Frank Böttcher. „Besonders im Sommer gehört die Gegend zu den sonnigsten in Deutschland.“

In Nürnberg wurden 1697,8 Sonnenstunden gezählt

Von 1961 bis 1990 (das ist der vorgegebene Zeitraum der Weltorganisation der Meteorologie) schien in Nürnberg 1697,8 Stunden pro Jahr die Sonne, in Aachen waren es nur 1552. Und der Trend ist ungebrochen: Im Jahr 2008 waren es in der Noris sogar 1732,7 Stunden.

Hinzu kommt: In der Frankenmetropole fällt vergleichsweise wenig Regen. Exakt 644,2 Liter pro Jahr waren es im Schnitt. In Oberbayern regnete es 100 Liter mehr, in der Eifel sogar 184 Liter. Dennoch ist es nass genug, um ausgiebig Landwirtschaft und Weinbau zu ermöglichen.

Der Klimawandel hat Franken sonniger gemacht

Allerdings ist es in Franken im Jahresschnitt mit 8,8 Grad ein bisschen kühler als im Westen Deutschlands (9,7). Das liegt freilich vor allem an den kälteren Wintern. Der globale Klimawandel hat aber auch die Winter in Franken deutlich sonniger gemacht, wie die Datenauswertung der IWK zeigt.

Allgemein ergab die Studie, dass sich das Klima in Deutschland in den letzten 100 Jahren stark verändert hat. Vor allem die Sommer sind heißer geworden: Am stärksten erwärmt hat sich im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 der August.

Jetzt soll der Sommer kommen

Die Sommer sind allerdings mancherorts auch regnerischer als früher, wobei die Unterschiede von Region zu Region groß sind. Der einzige Monat, in dem es deutschlandweit mehr Bewölkung gibt als früher, ist der Juni.

Übrigens: Jetzt soll der Nürnberger Sommer tatsächlich kommen – mit bis zu 25 Grad! Andrea Uhrig

 

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