Lokales Immer mehr U-Bahn-Schläger: Die Polizei setzt jetzt Hunde ein

Polizeihauptmeister Wolfgang Putzer und sein „Spike“ laufen Streife am U-Bahn-Verteilergeschoß am Hauptbahnhof. Allein die Anwesenheit des Duos soll das Gefühl von Sicherheit steigern. Foto: Berny Meyer

Die Beamten und ihre Vierbeiner sollen vor allem für ein größeres Sicherheitsgefühl sorgen – und so das Überwachungskonzept im öffentlichen Nahverkehr verbessern

 

NÜRNBERG Die Angst fährt für viele täglich mit, auch in der Nürnberger U-Bahn! Seit dem Prügel-Tod von Dominik Brunner sind die Menschen sensibilisiert. Regelmäßig stehen neue Vorfälle in den Medien. Im Moment sucht die Nürnberger Polizei wieder nach zwei brutalen Schlägern, die am Bahnsteig der U1 einen 22-Jährigen und einen Helfer verprügelt haben. Jetzt setzen die Beamten sogar Polizeihunde ein. „Wir wollen in diesem Angst-Raum subjektiv für Sicherheit sorgen“, erklärt Hauptkommissar Dieter Körzendörfer, der Leiter der Diensthundestaffel Mittelfranken.

„Die Nürnberger Polizei ist schon seit langem in das Überwachungskonzept im öffentlichen Personennahverkehr eingebunden“, erklärt Polizeisprecher Peter Schnellinger. Vor allem die Bereitschaftspolizei lief bisher in der U-Bahn Streife – ebenso wie zahlreiche Beamte in Zivil. Seit kurzem aber haben die Ordnungshüter auch vierbeinige Verstärkung bekommen. „Wir haben überlegt, was Hundeführer im täglichen Dienst zusätzlich für die Sicherheit der Bürger tun können.“

Sichtbare Präsenz vor allem in den Angstzeiten

Und so kam es, dass auch Wolfgang Putzer und sein „Spike“ sowie die rund 50 anderen Kollegen mit ihren tierischen Partnern seit Neuestem viel mit der Bahn unterwegs sind. „Es sind 90 bis 100 Streifenfahrten in der Woche in ganz Mittelfranken – überall dort, wo Gewaltdelikte möglich sind“, erklärt Körzendörfer.

Das heißt: Auf Bahnhofsvorplätzen, an S-Bahnhöfen und in Verteilergeschossen wird in unregelmäßigen Abständen kontrolliert. Auf den 35 Kilometern U-Bahn-Strecke Nürnberg-Fürth fahren Herrchen und Hund – die Schutzhunde sind zusätzlich als Drogen- und Sprengstoffspürnasen ausgebildet – sogar mit. „Vor allem in den Angstzeiten abends und nachts wollen wir sichtbare Präsenz zeigen“, so Körzendörfer.

„Wenn irgendwas ist, werden die Kollegen von den Betroffenen angesprochen. Aber oft reicht auch das Erscheinungsbild – das allein bringt schon mehr Sicherheit“, erklärt der Hauptkommissar. Er selbst habe sich schon mit Kioskbesitzern in den Bahnhöfen unterhalten: „Das Konzept kommt sehr gut an. Die Rückmeldungen sind gut.“

Einen hundertprozentigen Schutz vor Verbrechen gibt es natürlich nicht. Man könne sicher nicht zu jeder Zeit an jedem Ort sein, betont Polizeisprecher Schnellinger. Doch er betont: „Insgesamt fahren Sie in der Nürnberger U-Bahn schon sicher.“ Andrea Uhrig

 

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