Lokales ICE-Pfusch: Auch Nürnberger Staatsanwaltschaft ermittelt!

Ein ICE donnert über die Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg-Ingolstadt-München parallel zur A9. Foto: dpa

Verdächtige Firma Bilfinger Berger war am Bau eines Tunnel-Teilstücks in Franken beteiligt

 

NÜRNBERG Jetzt ermittelt auch die Nürnberger Staatsanwaltschaft rund um den möglichen Bau-Pfusch an der 3,6 Milliarden Euro teuren ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München! „Es wird abgeklärt, ob Anhaltspunkte für Straftaten bestehen“, so Justizsprecher Thomas Koch. Die Staatsanwaltschaft war aufgrund von entsprechenden Medienberichten von sich aus tätig geworden. Man wolle sich nun mit anderen Staatsanwaltschaften in Verbindung setzen und nachfragen, was dort an Informationen vorliege. Falls sich die Vorwürfe bestätigen sollten, müsse abgeklärt werden, welche Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernimmt. Auch die Münchner Staatsanwaltschaft hatte angekündigt, die Vorwürfe zu prüfen.

Es deutet vieles darauf hin, dass beim U-Bahn-Bau in Köln an mehreren Baustellen vorgesehene Befestigungsanker nicht oder falsch eingebaut wurden. Bauprotokolle zu der Verwendung der Stabilisierungsanker wurden vermutlich gefälscht. Nicht eingebaute Anker wurden Berichten zufolge schwarz verkauft. Ausführendes Unternehmen war die Mannheimer Bau-Firma Bilfinger Berger.

Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte, dass es auch Hinweise auf gefälschte Anker-Protokolle bei den Bauwerken der bayerischen ICE-Strecke gebe. Bilfinger Berger hat zusammen mit der Neumarkter Firma Max Bögl an der ICE-Trasse auf einem rund 35 Kilometer langen Teilstück in Franken, dem so genannten „Baulos Nord“ gearbeitet. Dieses reicht von Feucht (Kreis Nürnberger Land) bis Großhöbing, einem Ortsteil von Greding (Kreis Roth). Auf dem Abschnitt gibt es mehrere Brücken und Unterquerungen sowie die Tunnels Göggelsbusch und Offenbau.

Es gibt Hinweise auf gefälschte Anker-Protokolle bei der ICE-Strecke

Inzwischen hat auch die Bahn reagiert. „Wir fordern Bilfinger und Berger ultimativ auf, uns sofort alle Informationen offenzulegen, die eine Überprüfung konkreter Bauwerke ermöglichen“, teilte DB-Infrastrukturvorstand Volker Kefer am Montag in Berlin mit. Für eine schnelle und transparente Aufklärung sei die Bahn „zwingend auf Informationen von Bilfinger und Berger angewiesen“.

Die Bahn hatte erst am Freitag aus Medienberichten erfahren, dass Bilfinger Berger Manipulationsvorwürfen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke nachgeht.

 

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