Lokales Hanni & Nanni-Film: Die Stars drehen in Franken

Jana und Sophia spielen Hanni & Nanni. Foto: UFA Cinema Verleih GmbH/ddp

NÜRNBERG - Das Schloss Stein ist die Kulisse für die Verfilmung des Jugendbuch-Klassikers. Stars wie Suzanne von Borsody und Heino Ferch spielen mit

Berühmte Zwillinge sind gegenwärtig in Franken zu Besuch: „Hanni und Nanni“ feiern hier heimliche Mitternachtspartys, spielen ihre Streiche und schließen Freundschaften fürs Leben. Die erfolgreiche Kinderbuchreihe der britischen Autorin Enid Blyton wird zum ersten Mal verfilmt und zwar unter anderem auf Schloss Faber-Castell in Stein bei Nürnberg. Neben den Zwillingen Sophia und Jana Münster stehen echte Hochkaräter vor der Kamera: Suzanne von Borsody und Heino Ferch.

„Achtung Kamera läuft!“ Bereits zum fünften Mal fährt der Traktor knatternd durch einen steinernen Torbogen des Schlosses. Auf ihm sitzen Heino Ferch und Sophia Münster aus Mannheim. Sie spielen die Ankunftsszene von Hanni und ihrem Vater im Internat Lindenhof. Mit ihrer Schwester Jana wurde Sophia aus über 135 Zwillingspaaren für die Titelrolle ausgewählt. „Ich war überglücklich, als ich es erfahren habe“, erzählt die Elfjährige, die Hanni spielt. Die eineiigen Zwillinge opfern für den Filmdreh ihre kompletten Sommerferien. „Aber das macht mir gar nichts aus, denn Drehen ist so viel besser“, sagt Sophia begeistert.

Ferch ist beeindruckt vom Engagement der Zwillinge: „Die sind wirklich immer gut bei Laune.“ Für ihn ist es der erste Kinderfilm: Er spielt den Vater von Hanni und Nanni. „Ich versuche, einen möglichst coolen und lässigen Papa abzugeben“, erzählt er über seine Rolle. Um ihn herum herrscht geschäftiges Treiben: Kabel liegen am Boden verstreut, ein riesiger Kran rollt auf Schienen, und Kameras werden auf- und abgebaut. Aus dem Schloss Faber-Castell mit seinen über 100 Jahre alten Gemäuern wird allmählich das Internat der Zwillinge.

„Wir haben in ganz Deutschland gesucht, bis wir den geeigneten Drehort gefunden haben. Aber das Schloss hier bietet uns wirklich alles“, erzählt Hermann Florin von Feine Filme, eine der Produktionsfirmen des Films. Als Drehort sei das Hauptmotiv ideal: geheimnisvoll, ein bisschen gruselig und unglaublich schön zugleich. Noch bis Mitte September wird das Filmteam hier drehen. Florin zeigt sich verwundert, dass „Hanni und Nanni“ nicht schon früher verfilmt worden ist. „Die Geschichten vermitteln neben Komödie und Action Werte wie Freundschaft und Solidarität, das ist 'good entertainment'.“ Es gibt unter anderem eine wilde Verfolgungsjagd inmitten eines Kaufhauses mit einem Kaufhausdetektiv – gespielt von Oliver Pocher – zu sehen.

Regisseurin des Films ist Christine Hartmann. Die 41-Jährige ist mit den Geschichten von „Hanni und Nanni“ aufgewachsen und freut sich sehr, die Bücher nun auf die Leinwand bringen zu dürfen: „Die Abenteuer der Zwillinge haben mich gefesselt, weil sie so spannend, witzig und auch tiefgründig sind.“ Für die Rolle der strengen Mathematiklehrerin Mägerlein hat sie Suzanne von Borsody an Bord geholt. Die wartet gerade auf ihren Einsatz. In einer hochgeschlossen beige-farbenen Bluse mit schwarzem Rock und streng zurückgekämmtem Haar wirkt sie sehr überzeugend als Schrecken aller Internatsschüler.

Die strengen Regeln im Internat sind auch ein Grund für Jana und Sophia Münster, nicht mit Hanni und Nanni tauschen zu wollen. „Die dürfen gar keine Faxen machen, sonst kriegen sie Hausarrest, und Schuluniform müssen sie auch tragen“, meint Jana kritisch. Vor der Kamera scheint das Internatsleben jedoch Spaß zu machen. Vom Ergebnis der Dreharbeiten kann man sich im Jahr 2010 im Kino überzeugen. Sarah Stendel

 

0 Kommentare