Lokales Grundig-Deal: Schmelzer träumt von HighTech

Insolvenzverwalter Siegfried Beck (l.) und Käufer Gerd Schmelzer. Im Hintergrund die Grundig-Türme. Foto: bayernpress.com

Immobilien-Entwickler hat jetzt 20.000 qm Gewerbefläche für Forschung und Entwicklung im Angebot. Kommt dorthin der Energie-Campus?

 

NÜRNBERG Die Herren waren glänzender Laune. Immobilien-Entwickler Gerd Schmelzer, weil er nach harten Verhandlungen den Kauf des Grundig-Geländes an der Beuthener Straße verkünden konnte. Insolvenzverwalter Siegfried Beck, weil er nach sieben Jahren endlich die Akte Grundig schließen durfte.

Am 1.Oktober wechselten 182.000 qm Grund und 81.000 qm vermietbare Hallenfläche den Besitzer – alles, was vom Besitz der Grundig-Nachfolgefirma „GPV Grundstücks- und Pensionsverwaltungs GmbH“ noch übrig war. Wieviel Schmelzers Alpha-Gruppe dafür zahlen musste, blieb gestern natürlich ein Geheimnis. Mit dem Erwerb übernahm die Alpha-Gruppe auch die letzten 30 Grundig-Mitarbeiter, die nach der Pleite im Jahr 2003 das Gelände verwaltet hatten. Sie sollen ihren Job behalten.

Denn Schmelzers Firma wird auch künftig Dienstleister für alle Firmen auf dem ehemaligen Grundig-Gelände sein – auch für die, die sich schon vor Jahren auf dem Areal eingekauft haben. Schmelzer: „Wir versorgen alle Unternehmen auf dem 44 Hektar großen Gelände mit Strom und Wasser. Uns gehören alle Straßen, wir stellen die Werks-Feuerwehr und betreiben eine Kantine.“

Alle Gebäude sind verbunden und verfügen über einen Gleisanschluss

Der Großteil der Hallen sind seit Jahren an Technologie-, und Logistik-Firmen vermietet. Alle Gebäude sind untereinander verbunden und verfügen über einen eigenen Gleisanschluss.

Doch rund 20.000 Quadratmeter sind noch frei. Dabei handelt es sich durchweg um hochwertige Flächen in der ehemaligen Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung von Grundig. Schmelzer träumt davon, hier einen Forschungs-Standort zu entwickeln – und denkt dabei auch an den geplanten Energie-Campus, der mit Unterstützung des Freistaats Bayern in Nürnberg entstehen soll. Schmelzer: „Ich fände es falsch, wenn von den 100 Millionen Euro Zuschüssen 60 Millionen in Immobilien flössen, wenn die in der Stadt schon vorhanden sind.“

Und er denkt auch an die NürnbergMesse, die quasi um die Ecke liegt und langfristig nach einem Zweit-Standort für kleinere Veranstaltungen sucht. Keine Frage: Schmelzer hat mit dem Trommeln für seinen neuen Standort, der künftig „Grundig Immobilien Park Nürnberg“ heißen wird, bereits begonnen. Winfried Vennemann

 

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