Lokales Gourmets schwören auf Frankens Edel-Schnäpse

Die Schnapsherstellung hat in Johannes Haas’ Familie eine lange Tradition: Schon seit 1901 veredelt man Obst zu Hochprozentigem. Die drei goldenen Regeln des Familienbetriebs: kein Zucker, keine Aromen – nur naturbelassene Früchte. Foto: Loy

Dank Johannes Haas ist Pretzfeld inzwischen auch Star-Köchen wie Schuhbeck ein Begriff

 

PRETZFELD Dank der Edelbrennerei von Johannes Haas ist die 2500-Einwohner-Gemeinde in der fränkischen Schweiz nun selbst Sterneköchen wie Alfons Schuhbeck ein Begriff: Die Obstbrände, -liköre und -geister aus Pretzfeld spielen inzwischen in der ersten Gourmet-Liga mit. So ist es kein Wunder, dass die Destillerie Haas auch Mitglied von Rosenhut ist, einer Elite-Vereinigung fränkischer Brenner. Nur neun Betriebe erfüllen deren strenge Kriterien. Wer einmal bei den Kontrollen durchfällt, ist raus – und zwar für immer.

Doch Destillateur-Meister Haas hat nichts zu verstecken; Seine hochprozentigen Spezialitäten ragen durch einen lückenlosen Lebenslauf heraus. Daher tragen die Schnapsraritäten nicht nur Obstsorte und Brennjahr auf dem Flaschenetikett, sondern sogar die Flurnummer des Ackers, auf dem die Früchte wachsen, und die Anzahl der gefüllten Flaschen.

500 Tonnen Obst wanderten in 60.000 Flaschen - in einem Jahr

Alleine 2009 hat die Brennerei 500 Tonnen Obst zu mehr als 60.000 Flaschen Edelspirituosen verarbeitet. „Wir hätten ohne Weiteres die dreifache Menge verkaufen können“, versichert Haas. In seiner Familie hat die Schnapsherstellung bereits seit 1901 Tradition. Das familiäre Reinheitsgebot schreibt noch heute drei goldene Regeln vor: „Wir setzen weder Zucker noch Aromen zu, und wir verwenden nur naturbelassene Früchte – wenn möglich von hier.“ Die Süßkirschen, Äpfel, Birnen oder Mirabellen gedeihen direkt vor der Tür auf den Streuobstwiesen. Schon bei der Ernte heißt es sorgfältig ablesen statt schütteln, damit daraus hochwertiger Schlehengeist, Wildpflaumen-Brand oder Haselnuss-Likör werden kann.

Nach der Destillation reifen die Brände und Geister kühl und dunkel – je nach Sorte zwischen drei Monaten und fünf Jahren. Sind die Destillate auf Trinkstärke verfeinert und in Flaschen abgefüllt, sollte man sie nicht mehr zu lange aufheben. Kernobstbrände behalten ihren Geschmack etwa zwei Jahre, Steinobst fünf und Beerenobst rund ein Jahr. scs

Infos bei der Destillerie Haas, Schmiedsgasse 2, Pretzfeld, Tel.09194/ 1256. Oder im Internet: www.destillerie-haas.de

 

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