Lokales Gotthilf Fischer bekommt ein eigenes Museum in Franken

„Herr der singenden Heerscharen“: Gotthilf Fischer vor dem nach ihm benannten Café in Wilhermsdorf. Foto: Werner Haala

Nach dem „Herrn der singenden Heerscharen“ wurde jetzt ein Café in einem historischen Haus in Wilhermsdorf eröffnet. Viel Prominenz gab sich in der Zenngrund-Gemeinde ein Stelldichein

 

WILHERMSDORF Der weltberühmte Chorleiter Gotthilf Fischer (82) erhält in Franken eine zweite Heimat. In Wilhermsdorf im Zenngrund zwischen Fürth und Bad Windsheim wurde jetzt im historischen Ritterhaus am Marktplatz ein nach ihm benanntes Café eröffnet. Später soll sogar ein Gotthilf Fischer Museum folgen.

Möglich machte dies der bekannteste Wilhermsdorfer, der Unternehmer Franz Stegner, der zuletzt fünf von zehn WM-Stadien in Südafrika mit Sitzen ausgestattet hatte. Der „Herr der Stühle“ hatte vor zwei Jahren das Ritterhaus, wo früher der Ritterkanton Altmühl seine Kanzlei betrieben hatte, gekauft. Um das historische Gebäude vor dem Verfall zu retten, gründete die Unternehmer-Familie eine Kulturstiftung.

Er dirigierte zwei Millionen Fußballfans

Für 2,5 Millionen wird die 1770 errichtete Dreiflügelanlage im frühklassizistischen Stil zur Zeit renoviert. Doch das „Café Gotthilf Fischer“ wurde schon am Sonntag eingeweiht. Der ehemalige Weltklasse-Torhüter Jean-Marie Pfaff hatte sich angesagt, der fränkische Kabarettist Klaus Karl-Kraus trat auf und die ZDF-Reporter-Legende Rolf Töpperwien stellte das neue Fischer-Buch „Mein Leben - meine Lieder“ im Festzelt vor.

Der „Herr der singenden Herrscharen“ gehört zu den faszinierendsten Persönlichkeiten der deutschen Musikbranche. Seit fast 65 Jahren motiviert er die Menschen zum Chorgesang. Ob als Dirigent, Komponist oder charmanter Entertainer, als Initiator und Organisator oft unmöglich erscheinender Chor-Tourneen vermag der Schwabe Massen zu mobilisieren. Fast zwei Milliarden Menschen erlebten seine Chöre bei seinem Auftritt zum WM-Endspiel 1974 und mit über zwei Millionen Fußballfans hat er vor Länderspielen in Stadien gesungen.

Er trat vor Päpsten und dem US-Präsident Jimmy Carter auf, zog mit seinen Chören durch Jerusalems Altstadt und bannte mit seiner TV- Show „Straßen der Lieder“ Millionen Menschen vor die Fernseher. 16 Millionen Tonträger hat er verkauft - und mit 80 Jahren schaffte er es 2006 sogar noch in die Hitparaden!

0 Kommentare