Lokales Genickbruch beim Skifahren: Dann fuhr Karl 500 Kilometer

Der begeisterte Skifahrer überlebte einen Genickbruch. Foto: Horst Storker

Sechs Stunden dauerte die Heimreise nach Franken. Im Klinikum Kulmbach trauten die Ärzte dann ihren Augen nicht: „Es ist ein Wunder, dass er überlebt hat!“

 

KULMBACH Es gibt Sachen, die gibt es eigentlich nicht: Karl Herold (56) aus Fölschnitz (Kreis Kulmbach) hat so etwas erlebt. Herold brach sich bei einem Skisturz das Genick, fuhr ab – und sogar noch 500 Kilometer heim. Dass er noch lebt, grenzt an ein Wunder.

Der Franke ist ein begeisterter Skifahrer, tourt mit dem Wohnmobil alljährlich durch die Alpen. Ende Januar machte er mit Freunden im Salzburger Land Station. Und dort passierte das, was sich der geübte Abfahrer bislang nicht vorstellen konnte. Im Skigebiet Fanningberg stürzte er – auf einer einfachen Ziehweg-Abfahrt. Herold fiel so unglücklich, dass er sich überschlug. „Das hat verdammt weh getan“, erinnert er sic. Als der Sportler den Kopf aus dem Schnee gezogen hatte, glaubte er, sich eine Nackenprellung zugezogen zu haben.

Trotz höllischer Schmerzen wollte er nicht, dass seine Freunde die Bergwacht alarmierten. „Ich wollte keinen Ackja, habe nicht gedacht, dass es so schlimm ist“, erklärt Herold, der nach dem Unfall die Skier angeschnallt ließ und die 3,5 Kilometer lange Abfahrt ins Tal düste.

„Er hätte bei jedem Schritt tot sein können“

„Ich habe erst einmal eine Tablette genommen und mich dann auf dem Bett unseres Wohnmobils ausgeruht.“ Dem Rat der Freunde, das nächstgelegene Krankenhaus aufzusuchen, folgte der Franke nicht: „Ich wollte unbedingt heim.“ Die Fahrt dauerte sechs Stunden. Herold lag die ganze Zeit.

Im Kulmbacher Klinikum trauten die Ärzte ihren Augen nicht, als sie das Röntgenbild sahen: Der 56-Jährige hatte sich nämlich keine Prellung, sondern eine doppelte Fraktur am zweiten Halswirbel zugezogen. Solche Verletzungen haben sonst Menschen, die sich erhängen! „Wir haben ihm gleich erklärt, dass er sich auf gar keinen Fall mehr bewegen darf“, erklärt Neurochirurgin Dr. Monika Foloesa. Sechs Stunden dauerte die Operation mit einer neuen High Tech-Methode.

Jetzt stecken zwei Schrauben in Herolds Wirbelsäule. Er läuft herum, als sei nichts gewesen. Dass er noch lebt, grenzt an ein Wunder, sagt seine Ärztin: „Er hätte bei jedem Schritt querschnittsgelähmt oder tot sein können.“

 

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