Lokales Familien-Drama: Vater entführt seine Tochter

Mohamed K. (30) will seine Tochter ausschließlich nach dem Koran erziehen. Foto: bayernpress

Gezerre um die kleine Ines (2) geht weiter. Mutter hat Angst, dass ihr der Noch-Ehemann das Kind erneut entreißt.

 

NÜRNBERG Vor eineinhalb Jahren war alles noch wunderbar. Danuta K. (40) aus Nürnberg schwebte nach der Geburt der kleinen Ines im siebten Himmel. Das Kind stammt von dem Tunesier Mohamed K. (30), den sie damals trotz aller kulturellen Unterschiede ohne Vorbehalte liebte. Das ist vorbei. Inzwischen durchlebt die Frau einen Albtraum, der einfach kein Ende nehmen will...

Sein wahres Gesicht zeigte Mohamed K. bereits, als ihm Danuta das Ja-Wort gegeben hatte. Der scheinbar westlich denkende Mann entpuppte sich plötzlich als streng gläubiger Moslem. Er kontrollierte ab der Heirat jeden Schritt seiner Frau. Die Tochter sollte ausschließlich nach der Lehre des Koran erzogen werden – gegen den Willen von Danuta.

Um sich durchzusetzen, tat er seiner Frau das Schlimmste an, was einer Mutter passieren kann: Ende letzten Jahres entriss er ihr die kleine Ines und entführte sie nach Tunesien. Drei lange Monate hielt er sie fest. Danuta war verzweifelt. Sie wusste nicht, ob sie ihr geliebtes Kind je wiedersieht.

Verständlich, denn Mohamed K. drohte mehrmals, Ines auf Nimmerwiedersehen in den Nahen Osten zu verschleppen. „Ich bringe dich um!“, soll er zu Danuta sogar gesagt haben. Die wusste sich nicht mehr anders zu helfen: Mit einer abenteuerlichen Rückholaktion befreite die mutige Frau damals selbst ihre Tochter (AZ berichtete).

Lange litt das Mädchen nach diesem Trauma unter Schlafstörungen, sie fing jedesmal an zu weinen, wenn die Mutter auch nur kurz das Zimmer verließ. Jetzt geht das Gezerre um die Kleine weiter ...

Am Donnerstag will die Mutter das alleinige Sorgerecht erwirken. Sie hat große Angst, dass ihr Mann sich das Kind wieder schnappen und dann endgültig verschleppen könnte.

Trotz der verfahrenen Lage möchte Danuta nicht, dass Ines’ Kontakt zu ihrem Vater völlig abbricht. Sie könnte sich gelegentliche Treffen vorstellen, aber nur unter Aufsicht. Letztendlich muss das aber das Familiengericht entscheiden.

„Eine tickende Zeitbombe“ sei Mohamed K., glaubt Silke Helmling, Danutas Anwältin. Sie befürchtet, dass Mohamed K. wieder zuschlagen wird, sobald seine Bewährungsstrafe (neun Monate) abgelaufen ist, die er im März für die Kindesentführung bekam. Helmling: „Er wird nur so lange ruhig bleiben, bis Gras über die Sache gewachsen ist.“

Der Psychoterror geht unterdessen weiter: So soll Ines nach dem Willen des Vaters eine Koranschule besuchen und keinerlei Berührung mit dem Christentum haben. Marlina Pfefferer

 

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