Lokales Erlanger Forscher testet Nahrung für den Mars

Der Erlanger Arzt will ergründen, wie sich Speisesalz auf den Blutdruck auswirkt. Foto: dpa

Der Arzt Jens Titze überwacht in Moskau das Projekt „Mars500“: Sechs Menschen simulieren dort den 15 Monate langen Flug

 

ERLANGEN/MOSKAU Wissenschaftler tüfteln bereits am Flug zum Mars. Doch davor steht die Frage: Schafft der Mensch die 15 Monate lange Reise? Das wird derzeit in Moskau simuliert. Mit dabei ist Jens Titze von der Uni Erlangen-Nürnberg: Der Arzt hat den Essensplan ausgetüftelt!

Schon seit zwei Monaten leben drei Russen, ein Chinese, ein Italiener und ein Franzose eingeschlossen in einem Container. Drinnen hat es 22 Grad. Von den Auswirkungen der derzeitigen Waldbrände kriegen sie nichts mit. Das Raumschiff erinnert an „Big Brother“: Überall Kameras, die rund um die Uhr dokumentieren, ob die Probanden die 100 Forschungsprojekte für „Mars500“ durchziehen.

"Das schwierigste Experiment in der Geschichte der Raumfahrt"

„Gigantisch, wie die Jungs mitmachen“, schwärmt Jens Titze, der „Koch“ der Crew. Jede Mahlzeit steht schon lange im Voraus fest. Alle essen brav, was er auf den Speiseplan setzt. Titze will überprüfen, welche Auswirkungen der Anteil von Kochsalz im Essen auf den Bluthochdruck hat. Modernste Technik macht aus den sechs Teilnehmern gläserne Patienten.

„Mars500 ist das schwierigste Experiment in der Geschichte der Raumfahrt“, sagt Oliver Twickel über das Projekt. Der Bundeswehr-Hauptmann verbrachte selbst schon 105 Tage im Moskauer „All“. Niemand weiß, ob – und wenn ja, wann – die Probanden in ein Loch fallen. Sie haben noch 450 Tage vor sich!

Gegen die Langweile helfen sie sich noch: So unterrichtete Wang Yue seinen Kompagnon Charles in chinesischer Kalligrafie. Zu Charles’ Geburtstag gab’s gar Wein – als Pulver zum Aufgießen. Titze wird sich Notizen gemacht haben, ob der auch den Blutdruck nach oben treibt. dpa/azn

 

0 Kommentare