Lokales Er stach auf seine Nachbarin ein - sie hatte ein Baby auf dem Arm!

Seit gestern steht Algerier Jamal N. (46) in Nürnberg vor Gericht. Er behauptet, sich nicht an die Tat erinnern zu können. Foto: B. Meyer

Der 46-Jährige brachte Mutter und Kind fast um. Motiv: eine Liebe, die zum Wahn wurde.

 

NÜRNBERG Sie kannten sich erst wenige Monate. Doch Jamal N. (46)* war sich sicher, die große Liebe gefunden zu haben. Nichts als ein krankhafter Wahn, sagt die Staatsanwaltschaft. Ein Wahn, der für seine Nachbarin Sanja T. (36) und ihr Kind tödlich hätte enden können! Denn weil die hübsche Tunesierin ihn immer wieder abwies, drehte der Algerier durch...

Nach einem gemeinsamen Lokalbesuch Anfang 2010 passierte es. Sanja musste Jamal N. auch an diesem Abend wieder klar machen, dass sie nichts für ihn empfindet. Der gekränkte 46-Jährige fasste daraufhin den Plan, Sanja T. eiskalt zu ermorden.

In derselben Nacht – Sanja war bereits zuhause – stand Jamal plötzlich vor der Tür. Er trat sie ein und stürmte wutentbrannt zu ihr in die Küche, wo sie gerade ihre elf Monate alte Tochter Lea fütterte. Jamal schrie: „Ich enthaupte dich und benutze deinen Kopf als Spielball.“

Sanja T. dachte nur noch an ihr Kind, das sie in den Armen hielt

Sanja T. gefror das Blut in den Adern. Sie dachte nur noch an ihr Kind, das sie in den Armen hielt. Jamal N. aber nahm auf die Kleine keinerlei Rücksicht. Er stieß beide zu Boden, griff sich ein Messer. Sanja war verzweifelt: „Ich wollte um jeden Preis mein Kind schützen.“ Doch sie hatte keine Chance: Immer wieder holte Jamal N. aus, stach brutal auf Sanja und die kleine Lea ein, die schreiend in den Armen der Mutter hing. Erst als Jamal N. überzeugt war, dass Sanja ohnehin verbluten würde, ließ er ab.

Rund ein Jahr ist die Tat jetzt her. Doch die Tunesierin ist immer noch schwer gezeichnet: Tiefe Narben ziehen sich über ihre hohen Wangenknochen und ihren Hals. Die rechte Ohrmuschel und ein Finger mussten wieder angenäht werden. Die Narben werden ihr Leben lang von dem Horror erzählen, den sie erlebte. Auch Sanja T.s Psyche ist gebrochen: „Innerlich bin ich wie tot“, sagte sie unter Tränen. Lea lebt derzeit nicht bei der Mutter – Sanja ist nicht mehr imstande, sich um die Kleine zu kümmern.

Jamal N., der mittlerweile in der Psychiatrie einsitzt, hält indes an seinen Wahnvorstellungen fest. Er ist nach wie vor überzeugt, dass er und Sanja T. ein Paar waren. Er glaubt sogar, sie sei selbst Schuld an ihrem Schicksal. Schließlich habe sie ihn provoziert und mit anderen Männern eifersüchtig gemacht. An die Tat selbst will er sich nicht erinnern können. Grund: Alkohol und Drogen. Von Rauschgift hörte das Gericht gestern zum ersten Mal. Nicht der einzige Moment, in dem die Prozessbeteiligten den Kopf schüttelten über die unglaublichen Erklärungen des Angeklagten.

* Alle Namen geändert mp

 

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