Lokales Der Himmel tanzt jetzt im Dreiviertel-Takt...

Mit seiner ersten Ehefrau Margit errang der Nürnberger Tanzlehrer allein sechs Mal die Deutsche Meisterschaft. Foto: abendzeitung

Nürnbergs Walzer-König ist tot! Der 95-jährige Tanzschul-Pionier Paul Krebs schlief friedlich ein

 

NÜRNBERG Er war es, der die heutige Turnierform des Wiener Walzers erfand. Seit 1953 ist er zudem im „Who is who Deutschland“ als der Wiener Walzer-Fachmann gelistet: Paul Krebs. Vor wenigen Tagen ist der Nürnberger im Alter von 95 Jahren friedlich eingeschlafen. Am Samstag wird er im engsten Familienkreis beigesetzt. Und im Himmel tanzt man jetzt vielleicht Dreivierteltakt...

Paul Krebs wurde am 23. August 1915 geboren. 1947, er ist gerade aus französischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt und seit drei Jahren mit Margit Nigl verheiratet, stieg er in die Tanzschule ein, die sein Großvater Paul Krebs Sen. 1883 am Ritterplatz gründete.

Anfang der Fünfziger Jahre erlebte das Paar eine aufregende Zeit: Paul und Margit errangen sechs Mal die Deutsche Meisterschaft, wurden zum weltbesten Wiener Walzer-Paar gekürt. Als Fachlehrer unterrichteten sie fortan auf Tanzlehrer-Kongressen weltweit. Zudem wurde Paul Krebs als Wertungsrichter für internationale Turniere, Europa- und Weltmeisterschaften eingeladen. 1959 wurde Paul Krebs zum ADTV-Ehrenmitglied ernannt.

Dann der Schicksalsschlag: 1961 starb seine Frau Margit im Alter von nur 41 Jahren. Mit Traudl Leistner fand Paul Krebs seine zweite Liebe – sie heirateten 1964.

Alles Walzer – im Himmel wie auf Erden, denn um sein tänzerisches Erbe muss sich Paul Krebs nicht sorgen: Im Tanzzentrum Krebs führen Sohn Ralf, Schwiegertochter Ingrid sowie die Enkeltöchter Janine und Vanessa die Familientradition fort. kes

 

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