Lokales Baustellen-Ärger: Ihnen bleiben die Kunden weg

Trotz Baustelle genug Platz zum Parken: Juwelier Eduard Knöbl (links) und Lotto-Mann Lothar Bussinger kämpfen um ihre Kundschaft. Foto: bayernpress.com

...dabei gibt’s trotz des Straßenbahn-Baus in der Pillenreuther Straße immer noch Parkplätze in Hülle und Fülle. Bei den Geschäftsleuten geht die Angst um: „Viele haben ein völlig falsches Bild“

 

NÜRNBERG Keine Frage, diese Baustelle ist nervig. Noch viel nerviger aber finden die Geschäftsleute in der Pillenreuther Straße, dass ihnen jetzt die Kunden wegbleiben. Und das nicht etwa, weil wegen der Vorbereitungen zum Straßenbahn-Bau keiner mehr durchkäme zum Juwelier Knöbl oder zum Lotto-Toto Geschäft der Familie Bussinger. Das Gegenteil ist der Fall...

„Die Leute glauben, dass es Mega-Staus gibt und dass keine Parkplätze verfügbar seien“, berichtet Eduard Knöbl: „Aber das stimmt gar nicht!“ Lothar Bussinger ergänzt: „Ich bin zwar weiterhin gegen den Bau der Straßenbahn, weil ich sie nicht für wirtschaftlich halte.“ Aber die Baustelle hindere niemanden, einen der Läden in der Pillenreuther Straße zu besuchen.

Es gibt keinen Grund, nicht mehr in der Pillenreuther Straße einzukaufen

Der AZ-Test vor Ort ergab: Wer vom Plärrer aus durch den Celtis-Tunnel in die Südstadt fährt, mag derzeit an den Ampeln eine Wartephase länger als gewohnt stehen. Erst mal in der Pillenreuther Straße, finden sich aber auch zu Stoßzeiten auf beiden Straßenseiten genug Parkplätze. „Wer keinen bekommt, kann sein Auto keine drei Minuten von hier am Nelson-Mandela-Platz abstellen“, sagt Knöbl. Er sorgt sich ernsthaft um sein Geschäft, weil „viele Kunden von auswärts ein völlig falsches Bild im Kopf haben“. Diejenigen, die trotzdem kommen, seien erstaunt, „dass das Chaos gar nicht so groß ist, wie befürchtet“. Gemäß einer Erhebung des Aktionsbündnisses „Keine Straßenbahn in der Pillenreuther Straße“ befürchtet bereits ein Drittel der Gewerbetreibenden eine starke Beeinträchtigung des Geschäfts. Bussinger bestätigt: „Schon letzte Woche hatten wir viel weniger Umsatz.“

Mit dem Bau der ungeliebten Straßenbahn haben sich Knöbl, Bussinger und Co. mittlerweile abgefunden. Jetzt gilt es, ihren Kunden zu vermitteln, dass der Bau selbiger zwar in ihren Augen sinnlos ist. Aber keinen Grund liefern sollte, nicht mehr bei ihnen einzukaufen.

Immerhin: Ab November haben Knöbl, Bussinger und Kollegen erst mal Ruhe: Dann endet die erste Bauphase. Steffen Windschall

 

0 Kommentare