Lokales Bau-Boom: Bald droht uns ein S-Bahn-Chaos

Rote Kelle für Pendler an Pfingsten und in den Sommerferien: Zwischen Nürnberg-Ansbach und Nürnberg-Regensburg wird der Nahverkehr lahm gelegt. Foto: dpa

Das Nürnberger Netz wächst auf das Dreifache. Doch die Arbeiten dürften für Unmut bei den Pendlern sorgen. Verzögerungen bis 77 Minuten sind möglich

 

NÜRNBERG Die Erweiterung des Nürnberger S-Bahnnetzes läuft weiter auf Hochtouren! Bis Ende 2010 werden gleich vier Strecken für die erweiterte S-Bahn fit gemacht. Die schlechte Nachricht: Sowohl die Strecke Nürnberg-Regensburg als auch der Abschnitt Nürnberg-Ansbach werden aufgrund der Bauarbeiten an Pfingsten und im Sommer komplett lahm gelegt. Schwere Zeiten für Pendler...

Am härtesten trifft es diejenigen, die auf die Strecke von Nürnberg nach Ansbach angewiesen sind: Für sechs Wochen, zwischen 31. Juli und 13. September, wird die Trasse völlig gesperrt. Schwerpunkte des 92 Millionen Euro teuren Ausbaus sind der Neu- und Umbau zahlreicher S-Bahn-Stationen sowie der Austausch von Gleisen und Weichen. Auf der 44 Kilometer langen Linie verkehren während der Totalsperrung Busse als Ersatz. Mit Fahrzeitverlängerungen von bis zu 65 Minuten ist mindestens zu rechnen!

Ähnliche Auswirkungen hat die Sperrung der Regensburg-Trasse: Zwischen 22. Mai und 7. Juni werden die Gleise zwischen Postbauer-Heng und Neumarkt (Oberpfalz) gesperrt. Der Austausch von 42 Kilometer Schienen, Brücken - und Oberleitungen und der Umbau des Bahnhofs Neumarkt kosten stolze 63 Millionen Euro.

80 Stationen auf 224 Kilometer in ganz Mittelfranken

Der Ersatzverkehr zwischen Postbauer-Heng und Nürnberg erfolgt im Stundentakt per Regionalbahn. Zwischen Postbauer-Heng, Neumarkt und Regensburg verkehren Busse, wodurch sich eine Fahrzeitverlängerung von bis zu 77 Minuten ergibt. Die Regionalexpresszüge zwischen Nürnberg und Regensburg werden über Schwandorf umgeleitet. Das bedeutet eine Verzögerung von 27 Minuten.

Zwar nicht komplett gesperrt werden muss die Trasse nach Forchheim und Bamberg, mit 180 Millionen Euro immerhin der kostspieligste S-Bahn-Umbau. Zwischen dem 10. und 21. März wird aber der Bahnverkehr zwischen den Hauptbahnhöfen in Nürnberg und Fürth deutlich eingeschränkt: Die Regionalbahn stellt in dieser Zeit ihren Betrieb ein. Stattdessen muss auf Regionalexpress oder U-Bahn ausgewichen werden. Beim vierten Strecken-Neubau von Nürnberg-Lauf nach Hartmannshof zumindest ist mit etwas weniger Chaos zu rechnen. An niedrigere Ticketpreise als Entschädigung für das Verkehrs-Chaos denkt die Bahn übrigens bisher nicht nach.

Bis Ende 2011 soll das neue Nürnberger S-Bahnnetz fertig gestellt werden, das dann 80 Stationen auf 224 Kilometer in ganz Mittelfranken umfasst und insgesamt rund 400 Millionen Euro kostet. CS

Weitere Infos: www.bahn.de/bauarbeiten, Bahn-Hotline: Tel.0800/5996655 (kostenlos)

 

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