Lohnt sich eine Investition? Das müssen Anleger über Gold wissen

Dagobert Duck schwört auf Gold als Geldanlage – und nimmt auch gerne mal ein Bad in seinem Geldspeicher. Foto: Imago

Das Edelmetall ist bei privaten Anlegern wieder sehr begehrt – was man beim Kauf beachten sollte und welche Gewinne erzielt worden sind.

München - Die Diskussionen um den „Grexit“, den Griechenland-Ausstieg aus der Eurozone, der Schock wegen der Freigabe des Schweizer Franken sowie der Ukraine-Krieg machen so manchem Sparer Angst vor einer neuen Finanzkrise. Viele Anleger haben Sorgen, ihr Geld könnte dann nichts mehr wert sein. Daher stecken sie ihr Geld wieder in Gold. Doch welche Vorteile hat das Edelmetall beispielsweise gegenüber einer Aktie? Und ist Gold für mich als Sparer eigentlich die richtige Geldanlage? Einige Antworten.

Was ist Gold eigentlich? Es gehört zu den Edelmetallen und ist neben Kupfer eines der wenigen farbigen Metalle. Der Name kommt aus dem Indogermanischen und bedeutet „glänzend, gelb“. Die Abkürzung im Periodensystem ist „Au“ für „aurum“ (lateinisch für Gold).

Warum ist Gold seit Jahrhunderten beliebt? Vor allem wegen der Seltenheit, seiner Farbe, der Schwere und der scheinbaren Unvergänglichkeit wurde es in vielen Kulturen für rituelle Gegenstände und Schmuck verwendet. Später wird es in vielen Ländern zum Zahlungsmittel. Bis heute locken Goldfunde Tausende Menschen etwa nach Alaska oder Südafrika. Gold gilt als Statussymbol für Wohlstand und Macht. Der teure Preis rührt auch aus dem kleinen Einmaleins von Angebot und Nachfrage: Weil es wenig Goldvorkommen auf der Welt gibt, ist der Preis entsprechend hoch.

Warum legen Sparer ihr Geld in Gold an? Weil es als krisensichere Anlage gilt. Im Gegensatz zu vielen Währungen wurde Gold im Lauf der Zeit nie wertlos. Das liegt vor allem daran, dass die Goldreserven weltweit begrenzt sind und es immer einen gewissen Sachwert behält. Papiergeld können die Notenbanken dagegen theoretisch drucken, so viel sie wollen.

Für wen ist eine Anlage in Gold geeignet? „Wer um seine Geldanlagen wegen zukünftiger Finanzkrisen fürchtet und ein größeres Vermögen besitzt, liegt mit Gold richtig“, sagt Finanz-Experte Manuel Kayl vom Online-Verbrauchermagazin Finanztip der Abendzeitung. „Kurzfristig lassen sich nur mit spekulativen Anlagen Renditen erzielen.“ Dafür sei hier das Risiko eines Verlusts höher.

"Zertifikate rein zur Spekulation"

Wie sicher ist die „Geldanlage Gold“? „Gold ist spekulativ, es ist keine sichere Anlage. Zudem wirft es keine regelmäßigen Erträge ab“, sagt der Finanz-Experte. „Zinsen oder Dividenden sind hier Fehlanzeige.“ Zudem unterliege der Goldpreis starken Schwankungen. „Mit kurzfristigen Spekulationen kann der Schuss also schnell nach hinten losgehen.“ Der Vorteil des Edelmetalls: Im Gegensatz zur Aktie habe es immer einen Wert. „Falls ein Unternehmen Pleite macht, ist auch die Aktie nichts mehr wert. Das kann bei Gold nicht passieren.“

Wie kommt der Anleger an Gold? Rufe ich meine Bank an? „Das ist eine Möglichkeit. Die Banken haben die tagesaktuellen Preise“, sagt Finanz-Experte Kayl. In handelsüblichen Mengen sind Münzen und Co. in den Filialen vorrätig. Zudem gibt es größere Goldhändler wie etwa Pro Aurum aus München oder Degussa. Auch über das Internet ist ein Kauf möglich.

Münzen, Barren, Zertifikate: Was soll ich kaufen? „Generell empfiehlt sich, Gold physisch – also in Form von Münzen oder Barren – zu erwerben“, sagt Verbraucher-Fachmann Kayl. „Von an der Börse gehandelten Gold-Wertpapieren wie Zertifikaten raten wir ab. Das sind im Prinzip Schuldverschreibungen. Das heißt, bei einer Insolvenz der herausgebenden Bank können Anleger ihr Geld verlieren. Sie taugen rein zur kurzfristigen Spekulation.“ Wichtig für Anleger: „Bei Münzen ruhig auf die Klassiker zurückgreifen“, rät der Anlage-Experte. Sprich Krügerrand oder Wiener Philharmoniker.

Wie viel Gold lohnt sich? Kayl rät, keinesfalls das ganze Vermögen in Gold zu investieren. Ein gewisser Teil sollte breit über verschiedene Anlageklassen gestreut werden. Neben Aktien, Fonds oder Immobilien kann Gold dabei eine gute Beimischung sein. „Ein Anteil von rund zehn Prozent am Depot ist sinnvoll“, sagt Manuel Kayl.

Welche Fehler können bei der Goldanlage vermieden werden? Anleger sollten beachten, dass Goldschmuck keine Anlageform ist. Denn oft bezahlen Käufer auch die Herstellungskosten und Margen für die Händler mit. Der reine Goldwert ist also ziemlich gering. Zudem sollte nicht zu häufig mit Gold gehandelt werden. Denn die Preisentwicklung ist ungewiss. Kurzfristig einsteigen und auf einen rasanten Preisanstieg hoffen: Diese Rechnung geht nur selten auf.

Keine Steuern auf Barren und Münzen

Wann ist der beste Kaufzeitpunkt? „Den gibt es nicht“, sagt Manuel Kayl. „Wichtig ist, dass sich der Anleger in seiner Kaufentscheidung nicht vom aktuellen Tageskurs beeinflussen lässt.“ Nicht investieren sollten Sparer aber, wenn sich das Ende einer Finanzkrise andeutet. Der Goldpreis fällt dann ziemlich rasch.

Wo bewahre ich Gold auf? Hier gibt’s verschiedene Möglichkeiten. Beliebt sind Bankschließfächer. Die Miete liegt hier bei rund 30 Euro pro Jahr. Viele Anleger bunkern das Gold aber auch zu Hause. Hier braucht’s dann einen hochwertigen Tresor – und eventuell eine gute Versicherung.

Wie entwickelt sich der Goldpreis in der Zukunft? Das ist schwer vorherzusagen. Aktuell kostet eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) 1200 Dollar, das sind 1090 Euro. 2011 erreichte er einen Höchststand von fast 1900 Dollar. Der Goldpreis hängt etwa von der Entwicklung des Zinsniveaus und des Angebots an Gold überhaupt ab.

Muss der Anleger Steuern zahlen? „Münzen und Barren sind nach einem Jahr Anlage steuerfrei“, sagt Kayl. Bei Gold-Börsenpapieren ist die Rechtslage aber noch nicht abschließend geklärt, der Bundesfinanzhof beschäftigt sich mit dem Thema. Momentan behält das Finanzamt auf Gewinne noch die Abgeltungssteuer ein.“

Wie viel Gewinn hat jemand gemacht, der vor zehn Jahren beispielsweise 10.000 Euro in Gold investiert hat? März 2005 lag der Preis für eine Feinunze bei rund 420 Dollar. Wer damals investiert hätte, würde jetzt sein Kapital fast verdreifacht, also aus 10.000 beinahe 30.000 Euro gemacht haben. Anders sieht’s für denjenigen aus, der vor fünf Jahren eingestiegen ist. Er hätte nur – oder immerhin – zehn Prozent Gewinn gemacht, läge also bei rund 11.000 Euro.

 

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