Löwenbräukeller Esoterik-Tage: Mehr als Räucherstäbchen

Daniel von Loeper
Esoterikmesse im Löwenbräukeller: Die Bilder. Foto: Daniel von Loeper

Innere Arbeit und Love-Plätzchen: Am Wochenende hat im Löwenbräukeller die Esoterikmesse stattgefunden. Die AZ war dabei.

 

Maxvorstadt - Eigentlich sind wir nur hier, um ein paar neue Rächerstäbchen zu bekommen“, erinnert der Student Mohan (27) seine Freundin Freda (25) bei der Esoterikmesse im Löwenbräukeller. Ganz schön blauäugig von ihm. Wann hat man schonmal die Gelegenheit, sich Karten legen zu lassen, das Schicksal nach der Beziehung auszufragen?

Ein paar Meter weiter hat eine ältere Frau namens Bettina eine andere Frage: „Haben Sie schon Ihren Seelenpartner gefunden?“, will sie von einer Besucherin wissen. Die schüttelt den Kopf. „Na, dann suchen Sie in der Dose – nehmen Sie eines der Love-Plätzchen!“ Wenn’s hilft. „Das Schönste an der esoterischen Arbeit ist, dass man Menschen gesund und glücklich machen kann“, findet Bettina.

Petra Herz kommt dazu. Ihre spontane Empfehlung: Ein Mantra singen zum Öffnen der Seelensprache. Wer will, kann das bei einem ihrer Vorträge im Löwenbräukeller ausprobieren.

Sie sei früher mal sehr krank gewesen und habe dann Methoden der Selbstheilung von Master und Doktor Zhi Gang Sha kennengelernt. „Ich bin von Beruf Architektin und Feng-Shui-Meisterin – doch es macht Sinn, auf einer tieferen Ebene innerlich zu arbeiten.“

Innerlich arbeiten. Das wird einem in der Halle am vergangenen Wochenende immer wieder ans Herz gelegt. Und: zu entspannen.

Die anwesende Heilpraktikerin Baulo Blättner formuliert es so: „Ich bringe den Leuten bei, mit dem Herzen zu hören, zu sehen und zu fühlen.“ Sie hat Traumaheilung und Chakrenausgleich im Portfolio.

„Es zählt, was wirkt“ sagt Heilpraktiker Dirk Helming. Seine Frau Sarah spricht davon, dass sie nicht besonders kommerziell seien. Das will hier eigentlich niemand sein. „Wir machen eine neue Kunst, bei der es mehr um Emotionen geht“, erläutert ihr Mann. Und nicht jeder Kunde dürfe kaufen – es müsse sich stimmig anfühlen für alle Seiten.

Der Preis richte sich nach dem, was für den Einzelnen möglich sei. Eines ihrer Werke, eine weibliche Holzfigur, soll physisch reinigen – „ähnlich wie bei einem Staubsauger“.

An einem anderen Standl ist Anfassen erwünscht, einige Frauen bieten an, Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Zum Beispiel Masseurin Edita Kurent. Sie will durch energetische Massage eine Vitalitätsteigerung ihren Klienten bewirken. Mittels Massagetechniken soll ein zerrüttetes Gleichgewicht im Körper wiederhergestellt werden. Oft würden viele Menschen Zustände wie Stress, Traurigkeit und Zorn auf ungesunde Weise angehen.

Nenad Janjetovic, ein junggebliebener älterer Herr, will ebenfalls mit Berührungen zur Heilung gelangen: „Besiegen Sie Ihre Schwächen und begeben Sie sich auf einen Weg der Liebe“, lautet sein optimistisches Credo. Einer Besucherin massiert er erst die Schultern und wirbelt sie kurz durch die Luft. Die Frau lässt sich fallen – und wird aufgefangen von Janjetovic, der sich selbst „Magister der Volksmedizin“ nennt.

Nicht alles auf der Esoterikmesse überzeugt die Studenten Mohan und Freda – doch zumindest machen sie im Löwenbräukeller einen glücklichen Eindruck. Egal, was das Handlesen und Kartenlegen ergibt.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading