Löwen-Trainerdiskussion Maurer ohne Argumente

Trainer Reiner Maurer will mit dem TSV 1860 noch viel erreichen. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Eigentlich wollte der Löwen-Trainer Gründe für seine Weiterbeschäftigung sammeln - doch dies misslingt gründlich

 

München - Die Löwen sind seit vielen Wochen nur noch Bestandteil einer grauen Masse. Einer Gruppe von Zweitligavereinen, denen es nur noch darum geht, möglichst rasch 40 Punkte anzuhäufen und sich schleunigst in Sicherheit zu bringen. „Wenn wir ehrlich sind, dann geht es doch allen Mannschaften außer den ersten sieben so”, sagt 1860-Trainer Reiner Maurer, „wir haben uns selbst in diese Lage gebracht. Damit sind wir hier alle total unzufrieden. Wir stehen bei weitem nicht da, wo ich uns gerne gesehen hätte.”

Nach sechs sieglosen Heimspielen in Folge (der letzte Erfolg in der Arena gelang am 5. Dezember 2010) und zwölf aufeinander folgenden Partien mit maximal einem Tor, erkennt Maurer: „Das ist eine verheerende Bilanz. Wir haben schon sechs Mal zu Hause unentschieden gespielt. Fast immer hat es sich wie eine Niederlage angefühlt.” Und alle diese gefühlten Pleiten waren kleine Rückschläge für Maurer. Denn wenn es für ihn ab dem 16. März (dem Tag nach dem Einreichen der Lizenzunterlagen bei der DFL) darum geht, Argumente in den Gesprächen um seine Weiterbeschäftigung auf den Tisch zu legen, hat er nur noch wenig in der Hand. Die zum Teil schön anzuschauenden Spiele der Hinrunde? Vergangenheit. Das von ihm geforderte, druckvolle Offensivspiel? Fehlanzeige. Die erhoffte Verbesserung in der Tabelle nach Rang acht im Vorjahr? Derzeit außer Reichweite. Von Toren und Siegen ganz zu schweigen.

„Natürlich ist es für ihn nicht leicht”, sagt Präsident Dieter Schneider, der jüngst betont hatte, in der Trainerfrage für Kontinuität zu stehen. Doch nun sagt auch er: „Im Fußball gibt es grundsätzliche Mechanismen. Das ist überall so. Ohne Erfolg hat man es schwer. Aber wir stehen alle auf dem Prüfstand. Nicht nur der Trainer.”
Maurer versucht sich derweil möglichst ruhig zu verhalten und souverän zu wirken; man hätte längst erwartet, dass er mal den ganzen Unmut vor versammelter Mannschaft herausbrüllt - doch er verharrt schweigsam. Über seine Zukunftsplanung gibt er kaum Auskunft, auf die Frage, wieso er das Thema so energisch abblocke, sagt er: „Ich blocke nichts ab. Ich muss mich einfach mit dem Hier und Jetzt beschäftigen. Das ist anstrengend genug. Und unsere Aufgabe heißt, in den nächsten zwei Spielen erfolgreich zu sein.” Die Partien gegen das so gut wie abgestiegene Bielefeld und den akut bedrohten Karlsruher SC werden für Maurer zur Gefahr - denn glänzen kann 1860 gegen diese Gegner sowieso nicht. Die Aussichten für Reiner Maurer, den Mann der schwindenden Argumente, werden düsterer.

 

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