Löwen-Trainer vor dem Absprung? Benny Lauth fordert: TSV 1860 muss Daniel Bierofka etwas bieten

Beim TSV 1860 nicht mehr unumstritten: Löwen-Trainer Daniel Bierofka. Foto: imago/Karina Hessland

Daniel Bierofka äußert zuletzt öffentlich seinen Unmut über die Pläne des Vereins, ein Abgang vom TSV 1860 München steht im Raum. Bekannte Ex-Löwen wie Benny Lauth machen sich für ihn stark.

 

München - Für viele Sechzger ist er der wichtigste Mann im ganzen Verein. Spieler. Löwen-Dompteur. Identifikationsfigur. Für andere ist er "nur" ein Trainer. Und von manchen wird er als solcher kritisiert. Daniel Bierofka, aktueller Coach des TSV 1860, hat zuletzt offen über seinen möglichen Abgang gesprochen. Wäre Biero ersetzbar?

TSV 1860: Wirft Daniel Bierofka hin?

"Wichtig ist einfach, dass ich Zeit habe zu reflektieren. Es war sehr viel los. Natürlich macht man sich als Trainer auch seine Gedanken", erklärte Bierofka vergangenen Freitag noch vor dem letzten Saisonspiel beim FC Carl Zeiss Jena (0:4). Für den 40-Jährigen war es nicht nur aufgrund der Doppelbelastung zwischen Trainerjob und Fußballlehrer-Lizenz "die schwierigste Saison meiner Karriere", wie er sagt. Machtkämpfe zwischen den Vereinsoberen um Präsident Robert Reisinger und Investor Hasan Ismaik blockieren 1860 und führen zu einem Konsolidierungskurs, der dem Ex-Bundesligaspieler und seiner Mannschaft die Perspektive raubt.

Zugleich ist Bierofka, der den Trainerlehrgang mit 1,3 abgeschlossen hat, ein aufstrebender Fußball-Lehrer, der auch andernorts Begehrlichkeiten weckt. Der SSV Jahn Regensburg, 2017 gegen ebenjene Löwen Relegations-Aufsteiger in die Zweite Liga, wurde kürzlich als Interessent gehandelt.

Oder wirft Bierofka, frustriert von den Dauer-Turbulenzen an der Grünwalder Straße und den Auflösungserscheinungen seiner Mannschaft, einfach nur hin? Mehrere Löwen-Legenden sind sich einig: Es wäre für Sechzig der Super-GAU.

Werner Lorant fordert Unterstützung

"Daniel Bierofka ist nicht nur Trainer und ehemaliger Spieler, er ist eine absolute Identifikationsfigur. Wenn er gehen würde, wäre es eine Katastrophe", erklärt Karsten Wettberg, der "König von Giesing", der AZ. Seine Meinung: "Biero ist bei Sechzig unersetzlich. Jeder muss froh sein, ihn zu haben."

Werner Lorant, Kult-Trainer und einstiger Bierofka-Förderer, ist sicher: "Wenn der ‚Biero‘ kein echter Löwe wäre, hätte er hier schon längst hingeschmissen. Nur wer soll es dann machen? Er lebt für Sechzig. Nur leider werden ihm hier Steine in den Weg gelegt. Ich fürchte, das wird sich auch so schnell nicht ändern." Vielmehr müssten – so Lorant – "alle Seiten sagen: ‚Biero, was brauchst du? Wir helfen dir.‘ Ist leider noch nicht passiert."

Im Gegenteil: Bierofka hatte zuletzt in seiner Rolle als Ur-Löwe einen Hilferuf abgesetzt und sich eigenen Aussagen zufolge "das Recht herausgenommen", sich in aller Deutlichkeit über die unzureichende Kaderplanung zu äußern: "Ich hoffe, dass jetzt alle aufwachen in diesem Verein. Sonst spielen wir in der nächsten Saison mit einem Innenverteidiger."

Benny Lauth spricht sich für Daniel Bierofka aus

Benny Lauth, Sechzigs Rekordtorjäger und einstiger Teamkollege, warnt davor, Bierofka zu vergraulen: "Daniel hat sich hingestellt und den Verein in einer Situation gerettet, in der sich das nicht viele angetan hätten." Regionalliga-Aufstieg, Klassenerhalt in der Dritten Liga – Bierofka sei "trotz aller Unruhen mit Sechzig die Leiter hochgeklettert. Jetzt muss ihm Sechzig auch was bieten." Sechzig könne Bierofka "irgendwann an einen größeren Klub verlieren", doch es sei "alles andere als okay, wenn er wegen einer mangelnden Perspektive geht".

Sechzig, Bierofka und Perspektive – sind diese "Bausteine" künftig noch miteinander vereinbar?

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