Löwen-Gesellschafter meldet sich Hasan Ismaik: "Hetzjagd" gegen Dietmar Hopp und Martin Kind

, aktualisiert am 06.11.2018 - 21:25 Uhr
Polarisiert: Hasan Ismaik, Mehrheitseigner des TSV 1860. Foto: sampics/Augenklick

Nach langer Zeit äußert sich Löwen-Mehrheitseigner Hasan Ismaik über Facebook: Der 1860-Investor bezeichnet die 50+1-Regel als altmodisch und hemmend - und er nimmt die scharf kritisierten Bundesliga-Investoren Dietmar Hopp und Martin Kind in Schutz.

München - Lebenszeichen vom Investor: Das erste Mal seit sechs Wochen hat sich Löwen-Mehrheitseigner Hasan Ismaik über Facebook zu Wort gemeldet.

Hasan Ismaik spricht von "Hetzjagd"

Der Geldgeber des TSV 1860 forderte eine Abschaffung der 50+1-Regel und bezeichnete die teils scharfe Kritik in Fußball-Deutschland an den Bundesliga-Investoren Dietmar Hopp (1899 Hoffenheim) und Martin Kind (Hannover 96) als "Hetzjagd".

"Was mich und bestimmt auch viele andere Fans abschreckt, sind die traurigen Entwicklungen im deutschen Fußball, oder besser gesagt die Hetzjagd auf Menschen, die ihren Vereinen Gutes tun wollen", erklärte der Jordanier über den Social-Media-Kanal.

Ismaik schrieb weiter: "Nehmen wir Dietmar Hopp in Hoffenheim oder Martin Kind in Hannover. Warum werden diese Funktionäre beleidigt, bedroht und beschimpft? Sie leben für ihre Vereine und werden als Feindbilder abgestempelt."

Dietmar Hopp massiv beleidigt

Zum Hintergrund: Geldgeber Kind führt bei Hannover 96 seit Jahren einen Konflikt mit der Ultraszene, die den Unternehmer und Geschäftsführer der Hannover 96 Management GmbH strikt ablehnt. Und Hopp war zuletzt beim Bundesligaspiel zwischen 1899 Hoffenheim und dem BVB von Dortmunder Fans massiv beleidigt worden, als diese unter anderem ein überdimensionales Banner über den Block spannten - darauf war das Gesicht des SAP-Gründers mit einem roten Fadenkreuz davor zu sehen.

Ismaik bekräftigte indes seine Kritik an der 50+1-Regel, die in Deutschland Fußball-Klubs gegen die alleinige Entscheidungsbefugnis einzelner Investoren absichert. Seine Wortwahl liest sich derweil wie eine Forderung nach Abschaffung von 50+1.

"Es ist bekannt, dass ich ein bekennender Deutschland-Fan bin. Was ich aber nicht nachvollziehen kann, dass der Sport in diesem Land gegenüber Investoren teilweise so negativ reagiert", meinte der jordanische Geschäftsmann. "Die 50+1-Regel ist nicht nur altmodisch, sondern auch hemmend für die Bundesliga im internationalen Vergleich."

Ismaik-Vorstoß ins ruhige Giesing

Der neuerliche Ismaik-Vorstoß dürfte für reichlich Gesprächsstoff in Giesing sorgen. Der Mehrheitseigner hält 49 Prozent der stimmberechtigten Aktien der KGaA des TSV 1860.

Immer wieder hatte jedoch der andere Gesellschafter, der Verein, unter Führung von Löwen-Präsident Robert Reisinger erklärt, 50+1 zu bejahen. Mehr noch: Das aktuelle Präsidium um Reisinger hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach per 50+1-Regel über seinen Geldgeber hinweggesetzt. Offenbar verhärten sich die Fronten nun nach Monaten der Diplomatie wieder – durch einen einzelnen Facebook-Post.

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