Lkw-Lärm in Schwabing Anwohner von Bauarbeiten am Oskar-von-Miller-Gymnasium genervt

Eng wird’s: Hier an der Sturystraße am Oskar-von-Miller-Gymnasium sollen die Baustellen-Lkw durchfahren. Foto: Daniel von Loeper

Am Oskar-von-Miller-Gymnasium wird gebaut. Die Anwohner sind verärgert über Lkw, die durch kleine Straßen rumpeln sollen.

Schwabing - Der Gebäudekomplex von Oskar-von-Miller-Gymnasium und Maximiliansgymnasium ist ein altehrwürdiger mitten in Schwabing, in den zum Beispiel der ehemalige Ministerpräsident Franz Josef Strauß noch als schulterhoher Bub ging. Auch Autor Michael Ende, Alt-Oberbürgermeister Christian Ude, Nobelpreisträger Max Planck. "Die Planung macht aus einer Gefahrenstelle zehn Gefahrenstellen".

Die gerade laufende Renovierung von so viel Historie ist natürlich aufwendig und mit gewissen Einschränkungen für alle in der Nähe verbunden, das wissen die Anwohner. Trotzdem formiert sich hier nahe der Münchner Freiheit gerade massiver Widerstand gegen die Planungen der Großbaustelle.

Lkw verursachen Lärm, Staub und Feinstaub

Vor einigen Wochen sickerte nämlich durch, dass ab Januar für mindestens vier Jahre geschätzt 30 bis 120 schwere Lkw zum An- und Abtransport von Baumitteln durch das ruhige Viertel fahren werden. Von Montag bis Samstag, 7 bis 20 Uhr. Und zwar nicht über die große Leopoldstraße zur Gebäude-Rückseite, sondern durch die schmalen, teilweise einspurigen Nebenstraßen wie die Stury- und die Morawitzkystraße.

Der Schwerlastverkehr verursache viel Lärm, Staub und Feinstaub, vor allem für die Bewohner der sehr nah an der Straße liegenden Häuser. Er gefährde außerdem vor allem alte und junge Verkehrsteilnehmer – zum Beispiel die Schülerinnen und Schüler, die die Sport- und Schwimmhalle neben den Gymnasien nutzen. "Die Planung macht aus einer Gefahrenstelle zehn Gefahrenstelle"“, sagt Wolfgang Ferchl, einer der Anwohner. Außerdem beeinträchtige die Planung Geschäfte und Gastronomie und verschärfe die ohnehin angespannte Parkplatzsituation in der Gegend.

Anwohner fühlen sich bei Bauprojekten nicht berücksichtigt

Dabei gäbe es aus ihrer Sicht Alternativen, zum Beispiel eben eine Lkw-Route über die Leopoldstraße und den Anfang der Karl-Theodor-Straße – eine Lösung, die das KVR und die Polizei ablehnen – aus verkehrlichen und Sicherheitsgründen. Ein Grundproblem der Anwohner, wie oft bei Bauprojekten: Sie fühlen sich nicht berücksichtigt. Ein Infotreffen Anfang November wurde an einem Wochentag um 14 Uhr abgehalten – eine Zeit, zu der viele der Betroffenen arbeiten.

Auf der Tagesordnung eines Bezirksausschuss-Treffens Mitte November habe die Baustellen-Verkehrsplanung gestanden – sei aber zu Beginn der Sitzung von der Tagesordnung genommen worden. Begründung: Der Punkt sei erledigt.

Anwohner wollen Bürgerinitiative gründen

Die Anwohner sind verärgert darüber, wie sie in Kenntnis über die Baustellenplanung gesetzt worden sind – nämlich teilweise gar nicht. Manche Haushalte bekamen einen Infozettel in den Briefkasten, bei manchen lagen Zettelstapel vor der Haustür, wurden als Werbebroschüre abgetan und weggeworfen oder kamen aus anderen Gründen nicht an. "Sich Adressdateien besorgen und Leute anschreiben, gelingt ja auch beim Anwohnerparken", sagt Ferchl. "Das sollte möglich sein bei einer Großbaustelle, die so massiv in das Leben von Leuten eingreift."

Am vergangenen Montag gab es auf Druck der Anwohner ein Infotreffen mit Vertretern von KVR, Polizei und Baureferat. Konkretes Ergebnis: In der Siegfried- und Muffatstraße sollen Anwohner nachts und an Sonn- und Feiertagen trotz Parkverbots auf Stellplätzen der Baustelle parken können.

Die Anwohner wollen nun eine Bürgerinitiative gründen. "Mit dem bisherigen Verlauf und den Planungsergebnissen sind wir nicht zufrieden", sagt Ferchl. "Aber wir wollen keinen Krawall, sondern uns verständigen."

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