LKA ermittelt Verkehrskontrolle eskaliert: Familie zeigt Polizei an

Die eigentliche Routinekontrolle ist jetzt ein Fall für die internen Ermittler des LKA. Foto: imago/Michael Westermann

Eine eigentlich harmlose Verkehrskontrolle ist in Moosach aus dem Ruder gelaufen. Am Ende zeigt eine Familie die Polizei an, die Polizei wiederum die Familie.

 

Moosach - Eigentlich hätte es eine Routinekontrolle sein sollen, doch die Polizei hatte die Rechnung ohne einen 17-Jährigen Motorradfahrer und dessen Familie gemacht. Jetzt beschäftigt den Fall die internen Ermittler des LKA.

Am Mittwochmittag führte die Verkehrspolizei in Moosach eine allgemeine Kontrolle durch. Im Rahmen dieser Verkehrskontrolle fiel das Zweirad eines 17-jährigen Münchners auf. Die Beamten hatten den Verdacht, dass der Minderhährige sein Zweirad manipuliert hatte. Zur Fertigung eines Gutachtens sollte das Motorrad sichergestellt und abgeschleppt werden.

Der Bruder und der Vater kommen zur Unterstützung

Doch das wollte der 17-Jährige nicht auf sich sitzen lassen. Noch während der Abschleppdienst unterwegs war, trafen der 22-jährige Bruder und der Vater des jungen Mannes ein. Der 22-Jährige kritisierte die Kontrolle und die eingeleitete Ordnungswidrigkeitenanzeige gegen seinen Bruder und wollte den Abtransport des Zweirades verhindern. Zu diesem Zweck stellte er sich direkt vor den inzwischen eingetroffenen Abschleppwagen.

Die Polizisten erteilten dem aufgebrachten Bruder daraufhin einen Platzverweis, dem der 22-Jährige aber nicht nachkam. Also landete er "mit unmittelbarem Zwang" unsanft am Boden. Sein kleiner Bruder versuchte, einem der Beamten den angefertigen Bericht zu entreißen. Später gab er an, sich dabei am Arm verletzt zu haben. Außerdem klagte er darüber, dass ihm ein Polizist zuvor das Handy aus der Hand geschlagen habe und dieses daraufhin zu Bruch gegangen sei.

Beide Seiten erstellen eine Anzeige

Alles Klagen und Herumlamentieren half aber nicht, das Motorrad wurde schließlich abgeschleppt. Die Familie des 17-Jährigen stellte aber aufgrund des Vorfalls wenig später eine Anzeige gegen die eingesetzten Polizeibeamten wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung. Von Seiten der Polizeibeamten wurde eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte in die Wege geleitet.

Die Aufklärung liegt nun bei den internen Ermittlern des Landeskriminalamtes.

 

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