Linke Demo am Marienplatz Ärger mit Belgrad-Fans: Jetzt spricht das Ministerium

Fans von Roter Stern Belgrad feuern ihre Mannschaft an (Symbolbild). Foto: picture alliance/Peter Klaunzer

Fußballfans aus Belgrad haben eine linke Demo am Marienplatz attackiert. Die Polizei soll laut Ministerium angemessen reagiert haben.

 

Altstadt - "Wir hatten ziemlich Schiss", sagte Beppo Brem, der ehemalige Chef der Münchner Grünen, am Tag danach der AZ. Er war dabei, als am 18. September am Marienplatz Münchner, die gegen eine rechte Demo protestieren wollten, von Fußballfans aus Belgrad angegangen wurden – und sich die Münchner nicht ausreichend von der Polizei geschützt fühlten.

Vereinzelt Flaschen geworfen, Demonstrant bespuckt

Jetzt hat das Innenministerium sich auf die Grünen-Anfrage hin zu dem Einsatz geäußert – und den Polizeieinsatz als angemessen verteidigt. "Gegen 17.40 Uhr", heißt es in dem Schreiben, sei es zu "Pöbeleien" zwischen Demonstranten und Fußballfans gekommen. "Hierbei wurden seitens der Gästefans vereinzelt Flaschen geworfen und eine Person der Gegenversammlung bespuckt."

240 Beamte in der Münchner Innenstadt eingesetzt

Ein Polizeibeamter sei durch einen Flaschenwurf leicht verletzt worden. Über weitere Verletzte sei nichts bekannt. Ein serbischer Fußballfan habe eine Jacke mit SS-Totenkopf getragen. Gegen ihn sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. In der Innenstadt waren 240 Beamte eingesetzt.

Das war genug – findet das Innenministerium. Es sei ein "deutlich höherer Kräfteeinsatz" als üblich gewählt worden: "Bei einer weiteren Lageverschärfung wäre ein sofortiges, schützendes Eingreifen durch polizeiliche Einsatzkräfte möglich gewesen."

Eben da waren sich die verängstigten Demonstranten nicht so sicher gewesen – auch wegen der Aussagen von den eingesetzten Beamten. "Die Polizei vor Ort ist dazu da, um bei so etwas einzugreifen und nicht den Teilnehmenden zu empfehlen, ihre Regenbogenflaggen zu verbergen", sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Max Deisenhofer im Gespräch mit der AZ: "Diese massive Art der Einschränkung der Meinungsfreiheit ist nicht hinnehmbar und darf sich auch nicht wiederholen."

 

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