Lindholm zum ersten Mal in Göttingen "Tatort: Das verschwundene Kind": So wird der neue Furtwängler-Krimi

Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler, l.) hat ihren Meister gefunden: Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) lässt sich nichts gefallen Foto: NDR/Christine Schroeder

Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler verlässt unfreiwillig Hannover und tritt ihren ersten Fall nach der Zwangsversetzung in Göttingen an. Eine Konstellation für die Zukunft?

 

Die toughe Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler, 52) trifft im "Tatort: Das verschwundene Kind" auf die noch taffere Kommissarin Anaïs Schmitz (Florence Kasumba, 42). Zum ersten Mal in ihrer langen LKA-Karriere muss Lindholm nämlich in Göttingen ermitteln, als ganz normale Kripo-Beamtin. Klar, dass das zu einigen Spannungen führt. Doch hat diese Konstellation Potential für die Zukunft? Bislang zumindest Geschmackssache. Doch der Reihe nach:

Darum geht's

Lindholm hat mit den Konsequenzen ihres letzten, misslungenen Einsatzes zu kämpfen. Als dessen Folge wurde sie vom LKA Hannover zur Polizeidirektion Göttingen strafversetzt. Nun versucht sie den Spagat zwischen ihrer Arbeit und ihrem Familienleben in Hannover. Außerdem muss sie mit einem neuen Team klarkommen, obwohl ihr gerade mangelnde Teamfähigkeit attestiert wurde.

Besondere Reibungspunkte gibt es zwischen Charlotte Lindholm und ihrer neuen Kollegin Anaïs Schmitz, die sich in ihrer Arbeit ähnlich dominant verhält. Ihr Fall geht den beiden Kommissarinnen an die Nieren: In der abbruchreifen, verdreckten Umkleidekabine eines Schul-Sportplatzes wird entdeckt, dass hier eine Frau unter mysteriösen Umständen entbunden hat. Manches deutet auf ein Verbrechen hin. Wo sind Mutter und Kind, leben sie noch?

Lohnt sich das Einschalten?

Ja, allerdings mit Abstrichen. Kommissarin Lindholm tritt in ihrem ersten Göttinger-Fall zunächst auf wie ein Elefant im Porzellan-Laden und stößt damit vielen neuen Kollegen erst einmal vor den Kopf. In Kommissarin Schmitz hat sie allerdings eine ebenbürtige Gegnerin gefunden. Was sich zunächst als interessante Spannungslage anfühlt, entpuppt sich im Laufe des Films aber immer mehr zum Rohrkrepierer. Zu platt, zu plump und vor allem zu unrealistisch sind die Mätzchen, die sich Lindholm und Schmitz ständig liefern.

Der eigentliche Fall ist als solider und durchaus auch spannender Krimi inszeniert. Auch wenn die ein oder andere Figur ziemlich überzeichnet ist. Angefangen vom halbstarken Dealer auf dem Schulhof über den zwiespältigen Lehrer-Schönling bis hin zum verblendeten Vater des "Opfers": Irgendwie sind fast alle Figuren einfach ein wenig zu klischeehaft und auf dem Reißbrett entworfen. Das geht deutlich besser. Dennoch besteht der "Tatort: Das verschwundene Kind" aus 90 kurzweiligen Minuten.

 

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