Lierhaus berichtet von Fußball-WM Monica Lierhaus zurück: "Wie nach Hause kommen"

Monica Lierhaus. Foto: Christa Sigg

Monica Lierhaus wird für "Sky" von der Fußball-WM in Brasilien berichten. Lierhaus über den Traum vom Comeback, ihre Zeit im Koma und zwei ganz besondere Namen.

 

Hamburg - Die ehemalige Sportschau-Moderatorin Monica Lierhaus, die 2009 vier Monate lang nach einer missglückten Hirn-Operation im Koma lag, kehrt zurück auf die Sport-Bühne. Im Sommer wird die 43-Jährige für "Sky" von der Fußball-WM in Brasilien berichten.

"Das ist ein unglaubliches Gefühl", sagte sie in einem Interview mit der "Welt": "Ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Wieder so zu arbeiten wie vor meinem Unfall, das ist wie nach Hause kommen."

Für "Sky" wird Lierhaus für eine „Interviewreihe“ in Brasilien und vor der WM Interviews mit Spielern und Funktionären führen. "Bundestrainer Joachim Löw hat schon zugesagt, darüber freue ich mich besonders", sagte Lierhaus. "Er hat sich während der schweren Zeit nach meinem Gesundheitszustand erkundigt und mich auch besucht." Zu den ihr bevorstehnden Auftritten sagte sie: "Ich habe keine Angst, dass jemand befangen sein könnte. Das muss auch niemand sein."

Ansonsten sprach Lierhaus noch über ihre Zeit unmittelbar nach dem Koma ihr Trainingsprogramm und erklärt, warum die Namen Pogrebnjak und Tuchel eine besondere Bedeutung für sie haben.

Monica Lierhaus in der „Welt“ über…

…die WM in Brasilien: "Es war in den vergangenen Jahren immer mein ganz großes Ziel, dort dabei zu sein. Ich bin unglaublich froh, diesen Traum leben zu dürfen. (…) Es war wie ein Fixpunkt. Etwas, das ich mir in schweren Stunden in Erinnerung gerufen habe und das mir Kraft gegeben hat."

…dem Umgang ihrer Familie mit dem Koma: "Mein Verlobter Rolf hat mir erzählt, dass alle sich geschworen haben, an meinem Bett keine Träne zu vergießen. Das sollte nichts Negatives rüberkommen. Im Gegenteil: Es soll sehr lebhaft zugegangen sein, mitunter fast wie eine Party."

…Bewusstsein während des Komas: "Als ich wieder wach war, las meine Schwester mir ein Buch vor. Plötzlich sagte ich zu ihr: 'Du, die Stelle kenne ich schon.' Da guckte sie mich ganz erstaunt an und sagte: 'Ja, die habe ich Dir vorgelesen, als Du im Koma lagst.' Es scheint also doch etwas durchgedrungen zu sein."

…die Zeit unmittelbar nach dem Koma: "Zwei Namen werde ich nie vergessen: Pawel Pogrebnjak (damals Stürmer bei Stuttgart, d. Red.) und Thomas Tuchel (Trainer in Mainz, d. Red.). (…) Beide kamen im Sommer 2009. Da war ich gerade aus dem Koma erwacht, ich kannte die beiden also nicht. Rolf hat mit mir Gedächtnistraining gemacht. Ich musste mir die beiden merken und sie ihm immer wieder aufsagen: Wie heißen sie? Wo arbeiten sie? Darum werde ich ihre Namen bestimmt nie vergessen."

…die Nachwirkungen ihrer Erkrankung: "Bis heute nicht richtig laufen zu können, empfinde ich als das Schlimmste. Vielleicht, weil die Fortschritte nicht so schnell gingen wie beim Sprechen."

…ihr Trainingspensum: "Ich trainiere jeden Tag, unter anderem mache ich zweimal die Woche Logopädie, also Sprachtraining, und dreimal die Woche Physiotherapie. Außerdem Osteopathie und Hippotherapie (Therapie mit Pferden, d. Red.). (…) Ich reite zweimal die Woche. Das tut mir unglaublich gut. Auf dem Rücken eines Pferdes sind die Schmerzen komplett weg."

 

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