Liebeskummer Neues Jahr, neues Liebesglück

Zerreißen ist besser als anhimmeln: Wer Liebeskummer hat, sollte sich unbedingt vom Ex fernhalten. Foto: dpa

München - Es ist aus. Endgültig. Diese Worte können einem in null Komma nix den Boden unter den Füßen wegziehen. Regine Sennefelder (41) betreibt in München eine Liebeskummer-Praxis und weiß, was bei Trennungsschmerz hilft:

 

Ob Sie nun weinen oder stundenlang in Fotoalben blättern: Trauern ist erlaubt und gehört zur Verarbeitung dazu! Verleihen Sie Ihren Gefühlen Ausdruck: Sprechen Sie mit Freunden über die Trennung, malen Sie ein Bild oder schreiben Sie einen Brief an ihre(n) Ex – den Sie dann aber nie abschicken.

Entfernen Sie Erinnerungsstücke schrittweise. Legen Sie alles in einen Karton und verstecken Sie ihn im Schrank. Wenn Sie merken, dass sie ihn nicht mehr brauchen, wandert er dann in den Keller, auf den Dachboden – oder in die Mülltonne.

Auch wenn der Schmerz noch so tief sitzt: Bewahren Sie sich Ihren Stolz und bleiben Sie souverän! Terrorisieren Sie Ihren Ex-Partner nicht mit Anrufen und betteln Sie nicht um einen Neu-Anfang.

Bleiben Sie fair: Schwärzen Sie Ihre(n) Ex nicht aus Rache beim Finanzamt an und machen Sie ihn nicht bei Freunden schlecht. Sonst können Sie ihm nicht wieder unter die Augen treten, ohne sich in Grund und Boden zu schämen. Juckt es Sie trotzdem? Geben Sie dem Impuls nicht gleich nach, sondern schlafen Sie eine Nacht drüber!

Hätte ich damals doch… Wenn ich nicht so… Schuldgefühle sind ganz normal. Hüten Sie sich aber davor, den Anderen zu glorifizieren und sich selbst abzuwerten. Wichtig ist es, das Selbstbewusstsein (wieder) aufzubauen: Wie stehe ich im Beruf da? Was kann ich sportlich gut? Wenn Sie Selbstzweifel plagen, fragen Sie ruhig Ihre Freunde: Was schätzt ihr an mir?

Brechen Sie den Kontakt zum Ex-Partner ab – jedenfalls so lange, wie Sie brauchen, um über die Trennung hinwegzukommen. Sonst werden Sie ständig an ihn erinnert und der Liebeskummer fängt von vorne an.

Sex mit dem Ex? Bloß nicht! Ihn so wieder auf Ihre Seite ziehen zu wollen, klappt meist doch nicht – und Sie fühlen sich danach (noch) mieser.

Auch wenn Sie morgens am liebsten liegenbleiben wollen: Vernachlässigen Sie Ihren Alltag nicht! Machen Sie sich einen Stundenplan: aufstehen, duschen, frühstücken, zur Arbeit gehen… und haken Sie jeden Punkt ab! Das gibt Ihnen das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Räumen Sie Ihrer Trauer eine feste Zeit ein, beispielsweise nach dem Job von 18 bis 19 Uhr. Kommen die Gedanken vorher: Verschieben Sie sie bewusst auf später! Gönnen Sie sich nach der Trauerstunde noch etwas Schönes: ein heißes Bad oder einen Kinobesuch.

Gestalten Sie gezielt Ihr neues Leben: Was wollte ich schon immer mal machen – konnte es aber nicht tun, weil er oder sie es nicht wollte? Wie baue ich mir einen neuen Freundeskreis auf? Wo kann ich mein liebstes Hobby ausüben, ohne den Ex zu treffen?

Tun Sie sich etwas Gutes: einen Saunatag, ein Abendessen mit Freunden oder eine neue Frisur.

Wenn man traurig ist, fällt es einem nicht leicht, sich aufzuraffen, aber: Gehen Sie mit dem besten Kumpel joggen oder spielen Sie mit der besten Freundin eine Partie Squash. Sport setzt das Glückshormon Serotonin frei!

Auch wenn Sie sich am liebsten mit tonnenweise Schokolade trösten möchten: Achten Sie auf Ihre Ernährung. Mit ein paar Kilos mehr auf den Hüften sinkt sonst das Selbstwertgefühl (noch mehr). Gönnen Sie sich lieber ein sündhaft teures Sushi oder Ihr Lieblingscurry beim Inder.

Schlaflose Nächte und mangelnder Appetit sind typische Symptome für Liebeskummer. Aber: Wenn es Ihnen so schlecht geht, dass Sie nicht mehr arbeiten können, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen!

 

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