Licht-Aktion in München Guerrilla Lighting: So schön leuchtete die Isar

Spektakuläre Licht-Aktion am Isarstrand und Umgebung - die beeindruckenden Bilder. Foto: www.guerrilla-lighting.de

München leuchtete am Samstagabend - und wie! Mit farbenfrohen Lichtinstallationen ließen Münchner Licht-Aktivisten die Isar und ihre Umgebung erstrahlen. Die Bilder.

München - Feuer und Wasser – das neueste Projekt der Münchner Licht-Aktivisten von Guerrilla Lighting brachte diese beiden Elemente zusammen. Am Samstagabend beleuchteten die rund 30 Lichtkünstler die Isar und ihre Umgebung mit starken, farbigen Handscheinwerfern und sorgten so für spektakuläre Bilder.

Mit der Aktion soll nach Angaben der Veranstalter der innerstädtische Isarraum wieder mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit bekommen.

Das warem die Stationen vom Samstagabend:

- Isarkaskaden: Die Isar war an dieser Stelle ab 1854 (Allgemeine Industrieaustellung) ein beliebter Ort zum Flanieren. Oberhalb der Maximiliansbrücke befanden sich sogar künstliche Fontänen in der Isar. Doch das ist lange vorbei. Zumindest auf der Praterinsel kehrt heute ab und zu wieder Leben ein. Doch ihr nördlicher Teil, die Schwindinsel, liegt meist im Dunklen. Ein wunderschöner kleiner Park, der nicht mehr wahrgenommen wird. Die Isarkaskaden sind an dieser Stelle in tiefen Schlaf gefallen. Ein Ort, der es wert ist, geweckt zu werden.

- Bürgermeister-Erhardt-Brunnen: In der Mitte der Maximiliansbrücke (auf der Schwindinsel) befindet sich das Denkmal für den ersten demokratisch gewählten Bürgermeister der Stadt München. Alois von Erhardt regierte die Stadt von 1870 bis zu seinem Tod im Jahr 1888. Dieser Ort war zum Zeitpunkt der Erstellung des Denkmals Ende des 19. Jahrhunderts ein ausgesprochen beliebtes Münchner Kleinod. Hier lässt sich deutlich die Wertigkeitsänderung des innerstädtischen Isarraumes erkennen. Mit der Beleuchtung will Guerrilla Lighting an Bürgermeister Erhardt erinnern, und auf die Umgebung der Maximiliansbrücke aufmerksam machen.

- Pratersteg: Der gemauerte Steg am rechten Isarufer beginnt unterhalb des Muffatgeländes und führt bis zur Maximiliansbrücke. Die letzten Meter des Auer Mühlbaches werden durch den Steg von der Isar getrennt. So weit die Fakten. Der Steg schwingt sich förmlich am Isarufer entlang und lässt einen Ort entstehen, der wahrlich entschleunigt. Ein poetischer Ort zum Träumen und zum Entspannen. Mit der ersten Textzeile eines Liebesgedichtes machten 30 Licht-Guerrilleros ein kleines Stück Poesie sichtbar.

- Kongresssaal: Der Kongresssaal des Deutschen Museums war einst ein beliebter und viel genutzter Saal für Kongresse, Ausstellungen und Konzerte. 1969 gab Jimi Hendrix dort eines seiner ersten Deutschlandkonzerte. Seit der Beendigung des Kinobetriebs vor mehr als sieben Jahren wird dieser fantastische und eindrucksvolle Raum praktisch nicht mehr genutzt. Es bleibt ein Rätsel, wie der Kongresssaal so in Vergessenheit geraten konnte. Die Anstrahlung soll auf diese regelrechte Verschwendung aufmerksam machen.

Eine Fortsetzung der Aktion folgt am 25. Juli. Dann ziehen die Lichtkünstler vom Kongresssaal zur Wittelsbacherbrücke, zur Corneliusbrücke, zur Weideninsel in der Isar, und von dort aus zum Piratenboot.

Partner der Licht-Aktivisten von Guerrilla Lighting ist diesmal der Verein Isarlust e.V. mit seinem Kulturstrand. Dort sind Fotos der Aktionen ab 4. August in einer Ausstellung zu sehen.

 

9 Kommentare