Libyen USA stärkt libyschem Übergangsrat den Rücken

Die Nato hat ihre Angriffe auf militärische Ziele des libyschen Regimes von Muammar al-Gaddafi fortgesetzt. Vier laute Explosionen waren am frühen Samstagmorgen in Tripolis zu hören, zwei weitere in der Nacht zuvor, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira.

 

Tripolis/Kairo - Im Osten der libyschen Hauptstadt sei auch Rauch zu sehen gewesen. Die US-Regierung stärkte indes dem Übergangsrat der Gaddafi-Gegner den Rücken. Das Gremium in der ostlibyschen Metropole Bengasi sei aus Sicht Washingtons der legitime und glaubwürdige Gesprächspartner des libyschen Volkes, sagte der Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Thomas Donilon, dem Chef des Übergangsrates, Mahmud Dschibril.

Donilon lobte nach Angaben des Weißen Hauses, dass der Übergangsrat eine demokratische Zukunft des Landes anstrebe. Beim Empfang Dschibrils am Freitag (Ortszeit) in Washington gingen die US-Verantwortlichen allerdings nicht so weit, die Führung der Aufständischen in Bengasi als einzige legitime Vertretung Libyens anzuerkennen. Bislang hatten sich Frankreich und Italien zu diesem Schritt entschlossen.

Gaddafi dementierte indes Gerüchte, wonach er bei einem der letzten Nato-Angriffe verletzt worden sei. In einer Audio-Botschaft, die das staatliche libysche Fernsehen am späten Freitagabend ausstrahlte, sagte er: "Ich lebe an einem Ort, an dem ihr mich nicht treffen und töten könnt: in den Herzen von Millionen Libyern." Zuvor hatte der italienische Außenminister Franco Frattini geäußert, Gaddafi sei möglicherweise nicht mehr in Tripolis und verletzt.

Der Übergangsrat erklärte indes, dass ein bewaffneter Franzose, der am letzten Donnerstag an einem Miliz-Kontrollpunkt erschossen worden war, mit feindseligen Absichten nach Bengasi gekommen war. Der ehemalige Fallschirmjäger und seine vier festgenommenen Kollegen seien "illegalen Aktivitäten nachgegangen, die die Sicherheit des freien Libyen beeinträchtigten", hieß es in einer offiziellen Erklärung, die am Freitagabend bekanntwurde.

In französischen Medien hatte es geheißen, die fünf Männer gehörten einer privaten Sicherheitsfirma aus Frankreich an. Bei dem erschossenen 47-jährigen Franzosen habe es sich um den Besitzer der Firma gehandelt, die dem Übergangsrat ihre Dienste habe anbieten wollen.

 

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