Leute Der Mann, der sich zugrunde liebt

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Lothar Matthäus trägt die Trennung von seiner Ehefrau öffentlich aus – wieder einmal. Es ist die Geschichte eines früheren Weltstars, der Zuneigung sucht und sie nicht findet

 

Immerhin, Lothar Matthäus (48) hat treue Freunde. Manchen von denen, die an Lothars Leben und Lieben seit Jahrzehnten teilhaben, sind bemerkenswerte, wiederkehrende Muster aufgefallen. Fast wie Schnittmuster, die sich über die Weltkugel ziehen.

Wenn also Matthäus verliebt ist, so haben die Freunde beobachtet, führt er seine Eroberung hinaus in die Welt, die er mag. New York ist stets ein Anlaufpunkt fürs frisch verliebte Paar. Mailand, London, die Seychellen und Emirate. Und wenn die Welttournee mit Marijana, Lolita oder Liliana vorbei ist, ist die Liebe es oft auch. So wie jetzt.

Lothar Matthäus lebt mal wieder in Trennung. Seiner vierten Ehe droht nach nur einem Jahr das frühe Aus. Auch hierfür gibt es ein Muster: Die Trennung wird in aller Öffentlichkeit vollzogen. Aktuell erklärt also Liliana, Ehefrau Nummer 4, etwa in der „Bild“, sie habe sich von Matthäus getrennt (nicht umgekehrt!). Zudem sei sie sehr verletzt.

Liliana ist 22, eine neuerdings sehr blondierte Münchnerin mit ukrainischen Wurzeln, die Studentin oder Model sein will oder beides; Matthäus hat ihr eine Busen-OP bezahlt.

Obwohl er nun über eine mögliche Scheidung nachdenken muss und juristischen Beistand sucht, würde Matthäus um seine Frau schon gern kämpfen: „Noch am Sonntagabend, als sie bei mir war, hat sie gesagt: ,Ich liebe dich, ich vermisse dich, ich brauche noch einige Zeit, um nachzudenken.’“ So hat er es nicht seinen Freunden erzählt, sondern der „Bunten“.

Egal, ob es um Fußball oder Frauen geht: Matthäus sucht die öffentliche Wahrnehmung – weil er sie womöglich mit Wertschätzung verwechselt. Jene Wertschätzung, die einer doch erwarten dürfte, wenn er 150 Mal für Deutschland gespielt und seinem Land den Weltmeistertitel beschert hat.

Über die Trennung von Liliana hat er gesagt: „Man muss immer bei der Wahrheit bleiben.“ Und seine Wahrheit soll jeder erfahren. Vielleicht glaubt er, je besser die Menschen seine Gedanken kennen, desto mehr würden sie ihn verstehen und mögen.

Doch das hat sich als Irrglaube erwiesen, unter dem Matthäus leidet. Er möchte gemocht, zumindest respektiert werden. Er will kein „Loddar“ sein, über den sie Witze machen. „Ich lasse mich nicht mit Füßen treten“, hat er geklagt. „Überall in dieser Welt genieße ich großes Ansehen. Vielleicht als Fußballer das größte Ansehen nach Franz Beckenbauer. Ich war und bin einer der besten Sportrepräsentanten, die Deutschland je hatte. Ich habe im Ausland nicht nur einen guten Ruf als Trainer, sondern auch einen guten Ruf als Mensch.“

Der Spieler Lothar Matthäus hat in Mailand und New York geglänzt. Ein grandioser Weltstar. Als Trainer ist er keiner geworden. Er hat es in Österreich probiert, in Ungarn, Israel. Ganz oben ist er nicht angekommen. Zuletzt kam ein Engagement in Argentinien nicht zustande. Der Klub sollte Liliana Matthäus einen Modeljob verschaffen.

Matthäus fühlt sich bereit für die weite Welt. Aber wo ist sein Zuhause? In München, quasi seinem Hauptquartier, hat er mal im Bayerischen Hof gewohnt, mal im Vierjahreszeiten, im Park Hilton, im Hotel Opera. In Erwartung des nächsten Jobs führt der arbeitslose Trainer stets mit der Hand am Handy ein Leben auf Abruf, ohne dass der ersehnte Anruf kommt.

Diese Ruhelosigkeit ist Gift für eine Ehe, in der sich die junge Gattin nach Geborgenheit sehnt. Matthäus hat sogar einen Hund angeschafft, aber der ist kein Ersatz. Die Chancen für diese Ehe stehen nun ähnlich schlecht wie Matthäus’ Chancen, einen Job in der Bundesliga zu finden.

Er wäre wohl zum 1.FC Nürnberg gegangen, als der kürzlich einen Trainer brauchte. Matthäus ist gebürtiger Franke, vor Weihnachten hat er seine Eltern in Herzogenaurach besucht. Aber die Nürnberger zogen ihm Dieter Hecking (45) vor. Der hat mit seiner Ehefrau fünf Kinder, trägt keine Designerklamotten und gilt als skandalfrei.

Sogar das zweitklassige Arminia Bielefeld hat den Gedanken an Matthäus als Coach wieder verworfen. Welcher Klub möchte einen Trainer, der sich nachts mit seiner Ehefrau auf der Straße streitet und tags darauf ein Interview darüber gibt? Über den eine Ex-Gattin öffentlich lästert, er kümmere sich zu wenig um seinen Sohn Loris, so wie es Lolita, Lothars Ehefrau Nummer zwei, gerade getan hat?

Dabei wird Matthäus als Fußballfachmann von vielen Klubchefs hoch geschätzt. Sogar beim FC Bayern, mit dem er manches mal Krach hatte (und ihn natürlich öffentlich austrug). Als Bayern nun in der Champions League gegen Maccabi Haifa spielte und die Bosse beider Vereine sich beim Käfer trafen, wurde Matthäus dazu gebeten als einer, der beide Lager bestens kennt.

Der Jobsucher Matthäus hat sogar seine wöchentliche Kolumne in „Sport-Bild“ aufgegeben – potenzielle Arbeitgeber sollen nicht durch zu viel Medienpräsenz abgeschreckt werden. Doch wenige Tage später steht er erneut im Rampenlicht – als gescheiterter Ehemann. So wird das wieder nichts mit einem Posten im deutschen Fußball, für den Matthäus so viel getan hat und den er so liebt. Auch diese Liebe wird wohl bis auf weiteres unerfüllt bleiben. Das ist die nächste Kränkung.

Kleine Gemeinheiten am Rande lassen sich besser ertragen. Das Fußballmagazin „11 Freunde“ etwa vertreibt unter dem Titel „Fab Four – Loddar in Love“ neuerdings T-Shirts. Sie sind bedruckt mit den Namen der Matthäus-Gattinnen: „Silvia & Lolita & Marijana & Liliana.“ Der pure Hohn.

Matthäus hat über sich mal gesagt: „Wie man mit so einem Idol umgeht in Deutschland, da muss sich Deutschland schämen.“ Er selbst lebt schamfrei ein öffentliches Leben. Das fällt nicht nur seinen Freunden auf.

Michael Schilling

 

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