Leute Cornelia Corba: „Ich hatte ständig Angst um Tommy“

Glücklich lächeln sie auf diesem Bild aus dem Herbst 2009 in die Kamera: Cornelia Corba und Thomas Fuchsberger Foto: dpa

Cornelia Corba, die Freundin von Thomas Fuchsberger, spricht in der AZ über den Tod ihres geliebten Mannes. "Wenn ich nur dabei gewesen wäre..."

 

Vor zehn Tagen feierten sie ihr 10-Jähriges in der Grünwalder Einkehr – da, wo es einst auf den ersten Blick zwischen der Sängerin und Schauspielerin Cornelia Corba (41) und Thomas Fuchsberger gefunkt hatte. Es war ein fröhlicher Abend voller Liebe – so wie immer. Jetzt ist Tommy tot. Die AZ sprach mit seiner Freundin.

AZ: Frau Corba, unser herzliches Beileid. Wie . . .

CORNELIA CORBA: . . . Es ist so unbegreiflich! Nicht so! Wenn ich nur dabei gewesen wäre, dann wäre das alles niemals passiert. Aber ich konnte an diesem Mittwoch leider nicht mitkommen. . .

Wie konnte es passieren, dass Tommy in einen Fluss fällt und ertrinkt?

Nur wenige verstehen, wie es ist, wenn ein Diabetiker Unterzucker hat. In den letzten Jahren habe ich viele sehr dramatische Situationen erlebt. Ich habe Tommy dann immer Traubenzucker gegeben oder im Notfall eine Spritze. Aber am wichtigsten ist es, ihn bei Unterzucker an der Hand zu nehmen und ins Bett zu legen. Er ist dann ja völlig wirr.

Wirr?

Ja. Auf andere Menschen wirkt es, als wäre er total betrunken. Die Unterzucker-Attacke kommt plötzlich und heftig. Tommy weiß, also wusste dann nicht mal mehr, wo rechts oder links ist. Es ist ein Unterzucker-Rausch. Da kann passieren, dass man sein Hotel nicht mehr findet oder einen Fluss nicht wahrnimmt.

Hatten Sie oft Angst um ihn?

Ständig. Ich hatte immer Panik, wenn ich nicht bei ihm war. Hätte ihn der Taxifahrer doch nur ins Zimmer gebracht! Er hat doch gemerkt, wie verwirrt er war! Aber eigentlich hatte Tommy den Unterzucker sonst auch alleine im Griff. Als Partnerin ist man trotzdem sehr gefordert. Deswegen habe ich vor der Veranstaltung am Mittwoch, auf die er sich so gefreut hatte, noch mit ihm telefoniert. Er war im Zug nach Kulmbach und guter Dinge. Er sagte mir, dass er sich am nächsten Tag meldet.

Aber er meldete sich nicht.

Ich hatte am Donnerstag schon Sorge, weil er nicht ans Handy ging. Auch seine Eltern waren in Angst, ließen ihn suchen. Kurz vor Mitternacht rief mich seine Mutter Gundel an . . . Sie sagte, dass die Polizei ihn endlich gefunden hätte. In einem Fluss. Tommy sei tot. Das ist einfach nur gruselig! Schrecklich!

Trösten Sie und Tommys Eltern sich gegenseitig?

Wir sind alle verzweifelt. Fassungslos. Sprachlos. Es ist eine unvorstellbar schreckliche Tragödie. Blacky sagte, dass er ohne Gundel und mich nach Kulmbach fährt, um Tommy zu identifizieren. Das sei besser für uns. Er nimmt seinen Bruder mit. Es geht ihm furchtbar – genauso wie Gundel. Ein Arzt ist bei ihnen und passt auf. Tommy und ich wollten heute nach Afrika fliegen.

Wer tröstet Sie?

Niemand. Vor zehn Jahren ist meine Schwester mit Mitte 30 gestorben. In meiner schlimmsten Trauer lief mir damals Tommy über den Weg. Er gab mir immer Kraft, Liebe, Nähe, Stärke und Zuversicht. Ich habe keine Ahnung, wie mein Leben ohne ihn weitergehen soll. Es ist, als ob auch mein Leben weg ist.

Interview: Kimberly Hoppe

 

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