Leserreporter „Bardo“ – Fotografien in der Galerie „Edition Camos“

"Sehnsucht Cry": Die Berliner Fotografin Corinna Rosteck fasziniert der Fluss der Bewegung, aber auch der von Stoffen, Wasser und Sand. In ihren Mehrfachbelichtungen setzt sie Bewegungen fort. Foto: Leserreporter

Die Galerie "Edition Camos" zeigt Fotografien von Corinna Rosteck, die Bewegung festhalten. Die Fotografin hat auch mit der verstorbenen Tänzerin Pina Bausch gearbeitet.

 

Neuhausen - Unter dem Titel „Bardo“ zeigt die Galerie „Edition Camos“ in Neuhausen in der Aldringenstraße 1 bis zum  8. Dezember eine Soloausstellung der erfolgreichen Künstlerin. „Bardo“ – ein tibetisches Wort für „Zwischenzustand“ oder „Zustand des Träumens“ beschreibt sehr treffend die Themen, mit denen Corinna Rosteck sich in ihren Arbeiten vorwiegend auseinandersetzt.

Zentral in den neuen Arbeiten ist der Tanz. Es geht um Bewegung, den Übergang, das dynamische, stets gefährdete Gleichgewicht, visuell verstärkt durch Mehrfachbelichtungen, Bewegungsspuren. Corinna Rosteck hat mit der 2009 verstorbenen Tänzerin und Choreographin Pina Bausch gearbeitet, sie hat 2012 die neue Orfeo-Inszenierung des Staatstheaters Kassel interpretiert und arbeitet aktuell mit der bekannten Butoh-Tänzerin Aya Irizuki.

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Dabei geht es nicht um fotografische Dokumentation, sondern um die Erweiterung des fotografischen Blicks. Die Bilder sind energiegeladen, oft abgründig, scharf pointiert und doch flüchtig. Dies wird noch verstärkt durch die besondere Oberflächentechnik, die den Bildern einen metallischen Charakter verleiht und so den ungreifbaren Moment der Bewegung unterstreicht.  „Meine Bilder sind nicht kalkuliert, es bleibt die Sehnsucht nach dem Bild,“ so Corinna Rosteck.

Das Liquide, oftmals unvorhersehbar Bewegte ist auch in den anderen Werkgruppen das zentrale Sujet der Künstlerin. Sei es das Fließen von Wasser, das Treiben von Wolken, das Wandern von Sanddünen - die überwirklich leuchtende Farbigkeit der Studien hat die Transparenz und lichtspiegelnde Eigenschaft des liquiden Elements zum Thema. Auch dort, wo die menschliche Figur gegenwärtig ist, wird sie assimiliert und integraler, geradezu natürlicher Bestandteil der Szene.

 Zwar geht die Fotografin von dem aus, was sich dem Betrachter in der Natur „real“ zeigt, aber durch die Wahl eines Details oder das Ausloten von Licht und Schatten, durch Spiegelung oder Überbelichtung wirkt die Natur verfremdet. Es entsteht eine neue ästhetisch herausragende, gleichsam schwebende Bilderwelt.

 

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