Leserbeitrag aus Schwabing Schlittenfahren im Luitpoldpark

Impressionen aus dem Luitpoldpark. Foto: Werner Vogel

AZ-Leser Werner Vogel (63) lebt in der Belgradstraße - unmittelbar am Luitpoldpark und mit Blick auf den Schuttberg-Hügel. Er weiß also, wovon er hier schreibt.

 

Schwabing - Der Luitpold-Park liegt zwar nicht mitten in Schwabing, sondern in Schwabing-West, gehört aber unbestritten mit seinen über 100 Jahren zum Herzen Münchens und ist eine der grünen Lungen der Stadt.

Im Winter allerdings, wenn das Laub längst von den Bäumen gefallen ist, und der erste Schneefall eingesetzt hat, wandelt sich der Park und zeigt seine unvergleichliche Schönheit in Weiß.

Das Weiß bleibt auch weiß, bis es im März weggetaut ist, denn die den Park umgebenden Straßen sind weit weg und nicht zu sehen.

Doch bevor es soweit ist, nehmen die Menschen Besitz vom Park und nutzen den Park ausgiebig zu allen erdenklichen Winteraktivitäten: Spaziergänger, Mütter mit Kinderwagen - allein oder auch in Gruppen, Gassigeher, hartgesottene Winterjogger, Snowboarder, Skilangläufer und nicht zuletzt die Kinder mit ihren Schlitten.

Da steht jedes Jahr das Schlittenfahren hoch im Kurs - und der Schuttberg (wann ändert eigentlich jemand einmal diesen Namen?) bietet vielfältige Abfahrten und jede Menge Abwechslung. Da gibt es als Untersatz alles zu sehen, vom traditionellen Einsitzer über Doppelsitzer bis hin zum coolen Wok.

Die ganz Mutigen stürzen sich von der Hügelspitze, manche auf dem Bauch liegend und mit dem Kopf nach vorne, Richtung Georgeschwaige-Bad den Steilhang hinunter.

Andere versuchen es erst mal etwas weiter unterhalb, weil es von dort auch schon ziemlich rasant abwärts geht. Wieder andere fahren lieber erst mal mit dem Papi oder der Mami als Sozius und Lenker ins Tal. Der Phantasie sind auch hier bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Kleinkinder und Babies finden mit ihren Eltern um den ganzen Hügel herum jede Menge passende Abfahrten.

Es ist auch nicht zu laut, denn der Schnee dämpft den Lärm sehr gut und bei bedecktem Himmel erscheint die ganze Szenerie wie ein lebendiges Gemälde im Stil der naiven Malerei.

Zur Abwechslung kann man einen Blick durch lichten Bäume auf den nahegelegenen Olympiaberg werfen, oder sich an den südlichen Aussichtspunkt auf dem Schuttberg begeben, wo man bei klarem und erst recht bei föhnigem Wetter einen unvergesslichen Blick auf die City und die dahinterliegenden Alpen werfen kann. Bei ein bisschen Wetterglück liegt auch die über 100 Kilometer entfernte Zugspitze zum Greifen nah vor einem.

Nach einem solchen Genuss und bis zur Erschöpfung ausgetobt lässt sich der Tag stilvoll beenden - mit einem Besuch in einem der beiden Gaststätten im Bamberger Haus, wo auch Kinder jederzeit herzlich willkommen sind.

 

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