Leserbeitrag aus Feldmoching-Hasenbergl Hier wird Brauchtum gelebt

AZ-Leser Thomas Brummer mag in seinem Viertel besonders den schönen Ausblick am Feldmochinger See. Foto: Wikipedia/Wolfgang Zeidler

AZ-Leser Thomas Brummer schreibt über einen Stadtbezirk, der von Außenstehenden häufig verkannt wird.

 

Feldmoching-Hasenbergl - Der Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl ist der vielleicht kontrastreichste Stadtteil Münchens.

Hochhaussiedlungen säumen das Hasenbergl während ein paar Kilometer westlich in Feldmoching das Bild eher durch Einfamilienhäuser geprägt ist. Dies stellt vereinfacht gesagt den zentralen Charakter der beiden Unterbezirke dar, die sich zusammen zum 24. Stadtbezirk der Landeshauptstadt fügen.

Des Weiteren gliedern sich die Stadtbezirke Fasanerie, Feldmochinger Anger, Harthof, Lerchenau, Lerchenauer See und Ludwigsfeld ein, so dass dieser Bezirk der zweitgrößte der Isar-Metropole ist. Der früher noch „wilde“ Norden Münchens erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Nicht zuletzt durch die Verlängerung der U2-Linie Ende 1990er-Jahre.

Fährt man die U2 entlang so landet man in Feldmoching, dass sich bereits an den Anzeigen der Haltestellen zuvor als Endstation ankündigt. Das zwar räumlich etwas abgelegene Viertel, erfreut sich einer U- und einer S-Bahnlinie, die sogar in relativ kurzer Zeit die Innenstadt bzw. den Flughafen ansteuert.

Außerdem verfügt der Stadtteil über zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten von Großketten bis hinzu zu alteingesessenen Familiengeschäften wie Optiker, Schuhgeschäft oder einem Antiquitäten-Händler, die ihren eigenen Flair versprühen.

Feldmoching, dass auf eine 1500-jährige Geschichte zurückblickt, bietet ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Hier wird Brauchtum gelebt und zelebriert und dass in einer Millionenstadt.

Besondere Akzeptanz bei den Feldmochingern findet die alljährlich im Juni stattfindende Sonnwendfeier am Eishüttenweg. Bei Live-Kapellenmusik in zünftiger bayrischer Art, Speis und Trank findet der Abend schließlich seinen Höhepunkt, wenn der rund 5 Meter hohe Holzscheit entzündet wird. Der einzige Wehmutstropfen: die Tage ab dann werden wieder kürzer.

Ein weiteres Highlight im Kalender der Feldmochinger ist der soeben zu Ende gegangene Faschingsball. Jung und Alt versammelt sich auf der abgesperrten Feldmochingerstraße um dem bunten Treiben beizuwohnen. Allerdings ist das nichts für Besucher, die die Ruhe suchen. Hier dröhnt schon mal der ein oder andere Party-Hit durch die Lautsprecher.

Freunde der Ruhe kommen jedoch auch nicht zu kurz und können die Natur in vollsten Zügen genießen. Der Feldmochingersee bietet beste Voraussetzungen für einen Spaziergang oder einem Jogging-Lauf. Im Sommer kommen auch Sonnenanbeter und Badefreunde auf ihre Kosten.

Einen besonders schönen Ausblick hat man von der Aussichtsplattform am südlichen Ende des Sees. Er befindet sich im Naturschutzgelände, das man über einen Fußweg erreicht.

Auf der anderen Seite gibt es das relativ dichter besiedelte Hasenbergl, dessen Name auf die kurfürstliche Hasenjagd zurückgeht. Die Geburtsstunde des Hasenbergls war im Mai 1960. Einst als sozialer Brennpunkt verschrien, hat der Bezirk, bei allen noch bestehenden Problemen doch einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Besondere Aufwertung hat das Hasenbergl durch das Mira-Einkaufszentrum erfahren, dass seit nunmehr fast drei Jahren seine Pfoten öffnet und den Anliegern neue Einkaufsmöglichkeiten bietet, die es bis dato in diesem Umfang noch nicht gab. Das vorherige Ladenzentrum an der Blodigstraße wurde eingestampft. Auf dieser Fläche soll nun ein Kulturzentrum entstehen.

Auch das Wohnungsangebot ist rasch gestiegen, so dass auf der „Panzerwiese“ die Siedlung Nordheide entstand. Kulinarisch ist man gut mit dem Ziegelhaus beraten, das am Hart ist. Im mexikanischen Ambiente werden einem hier Fingerfood wie Nachos, aber auch handfestes Essen wie Burger mit Pommes oder ein leckerer Cocktail serviert. Im Sommer bietet die Gaststätte einen kleinen, familiären Biergarten mit dem bekannten Steckerl-Fisch.

 

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