Leopoldstraße 250-Kilo-Bombe unter der Schwabinger 7

Die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg steckt senkrecht in der Baugrube in der Feilitzschstraße (Kreis). Die Sprengmeister haben sie mit einem schwarzen Tuch abgedeckt. Foto: Petra Schramek

Arbeiter entdecken sie in der Baugrube der ehemaligen Kult-Kneipe. Etwa 800 Anwohner im Umkreis von 300 Metern mussten ihre Häuser verlassen

 

München - Die Schwabinger 7 war immer ein Ort für Überraschungen. Wer da nachts reinging, wusste nie so richtig, was dann passiert.

Jetzt ist die Kult-Kneipe in der Feilitzschstraße weg – ein Investor hat sie dem Erdboden gleich gemacht. Doch die Schwabinger 7 hat noch eine letzte Überraschung parat: eine 250 Kilo schwere US- Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die steckt wie ein Pfeil senkrecht in der Baugrube, etwa einen Meter tief in der Erde, sagt Diethard Posorski vom Sprengkommando München. Arbeiter der Firma Züblin entdeckten sie am Montag gegen 11.45 Uhr, als sie Erde mit einem Bagger wegschaufelten.

Laut Posorski bereitet die Bombe den Sprengmeistern einige Kopfzerbrechen: „Sie steckt senkrecht im Boden“, sagt Posorski. Zwei Drittel lägen frei, der Kopf mit dem Zünder stecke noch in der Erde. „Und das ist das Problem.“

Gegen Mittag sicherte die Polizei das Gelände. „Da waren fünf Streifenwagen und zwei Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr vor dem Bauzaun“, sagt Dominik Alscher vom Modegeschäft „Flip“, das genau gegenüber liegt.

Die Bombe wurde mit einem schwarzen Tuch abgedeckt. Die Sprengmeister wollten ab 20.30 Uhr versuchen, sie aus der Erde zu ziehen und zu entschärfen, sagt Posorski.

Weil das nicht ungefährlich ist, sollten die Anwohner weg – in einem Umkreis von rund 300 Metern, sagt Posorski. Etwa 800 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Arbeiten der Sprengexperten verzögerten sich, da länger als geplant Menschen in der Sperrzone waren. Mehrere Straßen waren von der Evakuierung betroffen.

Erst wenn alle Menschen hinter den Absperrungen seien, könne die Bombe entschärft werden, sagte ein Polizeisprecher. Für die Aktion wurde auch die viel befahrene Leopoldstraße teilweise sowie eine U-Bahn-Station gesperrt.

Auch die nahe gelegene Münchner Freiheit war betroffen. Eine Totalsperrung der U-Bahn-Linien U3 und U6 war aber zunächst nicht geplant, sagte Polizeisprecher Gottfried Schlicht am Nachmittag. „Der Sachstand ist, dass die U-Bahnen, Busse und Trams wohl durchfahren, also nicht an der Münchner Freiheit halten.“

 

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