Leipzig statt München Rangnick-Stichelei: Als Red Bull den TSV 1860 wollte

Heute in Sachsen, einst am TSV 1860 interessiert: Ralf Rangnick, Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig. Foto: AZ-Montage/imago/Picture Point/foto2press

Ralf Rangnick teilt vor dem Bundesligaduell gegen den FC Bayern ausgerechnet gegen den Stadtrivalen TSV 1860 aus. Dabei wollte Mutterkonzern Red Bull einem Bericht zufolge einst an der Grünwalder Straße einsteigen.

 

München/Leipzig - Ralf Rangnick gilt als niemals wirklich zufrieden. Selbst nach dem Halbfinal-Sieg seines RB Leipzig im DFB-Pokal beim HSV (3:1) blieb der Schwabe kürzlich sachlich. Von Euphorie - keine Spur.

RB Leipzig seit 17 Spielen ungeschlagen

Dabei ist seine Mannschaft seit 17 Spielen ungeschlagen, Zweiter der Rückrundentabelle. Dass Rangnick in diesen Tagen offensichtlich viel an München denkt, hängt freilich mit dem Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Bayern am Samstag zusammen (15.30 Uhr, live bei Sky und im AZ-Liveticker). Doch Rangnick nahm sich auch Zeit für eine kleine, feine Spitze in Richtung Giesing und TSV 1860.

"Wenn man zu 1860 oder Uerdingen schaut, dann sind diese Vereine trotz 50+1-Regelung in den Händen von Leuten gelandet, die keine Ahnung haben. Die führen die Vereine wie einen Karnickelzuchtververein", sagte der Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig laut "Bild" bei einer Diskussionsrunde mit Schülern in Leipzig.

Es war nicht seine erste Verbal-Attacke gegen die Löwen und deren Mehrheitseigner Hasan Ismaik: "Nehmen wir jetzt mal 1860 München. Also, ich meine: Die Zustände, die da jetzt herrschen, die finde ich ja selbst bei Leeds United in England nicht", hatte der Schwabe im Frühjahr 2017 in der Sendung "Doppelpass" bei Sport1 gesagt: "Und da ist wirklich jemand am Ruder, wo die Fans jeden Tag das Kreuz machen. Fragen sie mal den Leeds-United-Fan, wie es ihm damit geht! Aber wir sind mit Sechzig ja nicht weit entfernt…"

Seitenhieb von Ralf Rangnick gegen den TSV 1860

Es sind Seitenhiebe, die einen Beigeschmack haben. Denn: Wie die "Welt" einst im Frühjahr 2015 berichtete, wollte RBs Mutterkonzern Red Bull noch Jahre vor dem Engagement von Hasan Ismaik beim TSV 1860 einsteigen. 2006 habe es demnach zuerst Bemühungen gegeben, den ebenfalls notorisch klammen Traditionsklub FC St. Pauli aus Hamburg zu kaufen.

Dies sei jedoch am massiven Widerstand der Pauli-Fanszene gescheitert. Gleiches galt demzufolge für Düsseldorf und die dort ansässige Fortuna.

Wie die "Welt" weiter schrieb, habe es Red Bull dann in Giesing bei den Löwen versucht. Sechzig träumte damals - wie heute - von der Bundesliga und war damals - wie heute - finanziell schwer angeschlagen. Nach AZ-Informationen sollen die Sechzger damals abgelehnt haben und geglaubt haben, ohne Geldgeber überleben und wieder bessere Zeiten erleben zu können.

Unter Hasan Ismaik ging es beim TSV 1860 bergab

Red Bull zog weiter nach Leipzig und kaufte sich 2009 beim dortigen Vorortklub und Oberligisten SSV Markranstädt ein. Vereinsnamen, -wappen und - maskottchen wurden geändert. Mit Hindernissen (Regionallliga 2010 bis 2013) ging es bergauf bis zum vorläufigen Vereinshöhepunkt, dem DFB-Pokal-Finale am 25. Mai gegen Löwen-Rivale FC Bayern.

Die Geschichte der Giesinger ist hinlänglich bekannt: 2011 stieg Ismaik als Mehrheitsgesellschafter ein - und es ging bergab bis zwischenzeitlich in die vierte Liga.

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Im Video: TSV 1860 II sichert sich den Klassenerhalt

 

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