Leichen-Rekord im Tukur-"Tatort" Shakespeare, Tarantino und 47 Tote

Felix Murot (Ulrich Tukur) muss um sein Leben kämpfen Foto: HR/Philip Sichler

Mit Ulrich Tukur als "Tatort"-Ermittler Felix Murot wird es außergewöhnlich, wie auch diesen Sonntag. Es geht um Rache und Liebe - Shakespeare und Sergio Leone lassen grüßen. Insgesamt 47 Leichen gibt es am Ende - und das ohne Schweiger-Action.

 

Ulrich Tukur (57) beweist in "Im Schmerz geboren" (Sonntag, Das Erste, 20.15 Uhr) einmal mehr, wie spannend es werden kann, wenn der "Tatort" von der klassischen Mördersuche abweicht. Dass dieses Mal am Ende mit 47 Toten ein neuer Leichen-Rekord für die Krimi-Reihe zu Buche steht, wird dabei zur Nebensache.

Es geht um Rache und Liebe

Ein einsamer Bahnhof, drei Männer mit Waffen, ein Mann steigt allein aus dem Zug. Plötzlich liegen die drei Männer tot im Staub, aber der andere Mann hat nicht geschossen ... Auf der Videoüberwachung erkennt LKA-Ermittler Felix Murot (Ulrich Tukur) den einsamen Zug-Passagier. Es ist Richard Harloff (Ulrich Matthes), sein ehemals bester Freund. Die beiden waren einmal mit derselben Frau zusammen, wie in ihrem Lieblingsfilm "Jules et Jim", lebten sie in einer "ménage à trois". Harloff wurde damals wegen einer Drogengeschichte vom Polizeidienst suspendiert und verschwand vor 30 Jahren mit der Frau nach Südamerika, wo er zum Drogenboss aufstieg. Schnell wird klar, dass sich Harloff mit seinem Sohn auf einem Rachefeldzug befindet. Noch mehr Morde geschehen, aber Harloff ist nichts nachzuweisen. Sein eigentliches Ziel ist Murot selbst. Aber warum will er sich an seinem ehemaligen Freund rächen?

Shakespeare und Italo-Western

Regisseur des Films, der bereits auf dem Münchner Filmfest ausgezeichnet wurde und den Medienkulturpreis von Ludwigshafen erhielt, ist Florian Schwarz, das Buch stammt von Michael Proehl. In "Im Schmerz geboren" haben die beiden zahlreiche Anspielungen auf Film- und Theater-Klassiker untergebracht: eine Bahnhofsszene à la Sergio Leones "Spiel mir das Lied vom Tod", der direkte Bezug auf Francois Truffauts "Jules und Jim", Theater-Elemente wie ein Erzähler, der die Zuschauer direkt anspricht, eine Rachegeschichte mit einer Opfer-Zahl wie in einem Shakespeare-Drama, klassische Musik, die dem Streifen einen Opern-Touch verleihen... Quentin Tarantino hätte das wohl kaum besser inszeniert.

 

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