Landgericht Streit um die Miete: 24-Jähriger wegen Mordversuchs angeklagt

Auf der Anklagebank: Paul R. (24) gibt die Schläge und Tritte zu. Foto: jot

Ein 24-Jähriger gibt zu, seinen Vermieter geschlagen und getreten sowie dessen Freundin gewürgt zu haben.

 

München - Manchmal lacht er verlegen. Und wirkt dann, als hätte er nicht so recht begriffen wie schwer die Vorwürfe wiegen, die ihn auf die Anklagebank des Landgerichts gebracht haben. Mordversuch wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, weil er seinen Vermieter im Streit um die Miete geschlagen und getreten hat.

Das war geschehen: Am 13. Oktober 2014 wollte Paul R. (24, Namen geändert) seinen Maisacher Bekannten, der ihm ein Zimmer untervermietet hatte, zur Rede stellen. Weil ihm dieser wegen Mietrückständen gekündigt hatte.

Auf eine Diskussion mit Paul R. wollte sich der 50-Jährige aber an jenem Morgen nicht einlassen. „Es gibt nichts zu klären“, sagte Hans F.. „Falsche Antwort“, entgegnete Paul R. und schlug seinem Vermieter mit der Faust ins Gesicht. „Ich habe ihn fünf Mal auf den Hinterkopf geschlagen“, gab Paul R. vor Gericht zu.

Auch dass er danach die Freundin des Opfers angriff und würgte, gab er am Dienstag zu. Doch während das Opfer erklärt, sie sei „ziemlich, ziemlich lange“ gewürgt worden, sagt Paul R., dass es nur Sekunden waren: „Ich wollte sie auf keinen Fall umbringen.“

Ein Sportunfall und Schwierigkeiten mit seinen Arbeitgebern sollen den 24-Jährigen im vergangenen Jahr aus der Bahn geworfen haben. Paul R. war mit sich und der Welt unzufrieden, wurde immer unleidlicher, machte seinem Frust immer häufiger Luft, berichtete eines der Opfer.

Als ihn dann der Vermieter wegen der Mietrückstände aus der Wohnung haben wollte, wurden die Auseinandersetzungen gewalttätig. Am 5. September 2014 holte sich die Freundin des Vermieters den Schlüssel von Paul R. aus dessen Zimmer. Einfach so. „Dazu hatte ich kein Recht“, gab sie im Zeugenstand zu.

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Der 24-Jährige stürzte ihr hinterher, packte die Frau am Hals, ließ dann aber wieder von ihr ab. Ein Vorgeschmack auf die Vorkommnisse sechs Wochen später.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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