Landgericht Einbrecher greift sich Bananenstaude

Einem 52-Jährigen werden Einbrüche in München und Umgebung vorgeworfen. Die Beute: wertvoll oder nahrhaft.

 

München Vielleicht war’s ja der Hunger gewesen: Wohnungseinbrecher Said L. (52) griff sich bei einem Einbruch in ein Sauerlacher Haus nicht nur einen Ring im Wert von 200 Euro, sondern auch ein Staude Bananen. Eine von acht Taten im Umland von München, die die Staatsanwaltschaft dem Karosseriespangler aus Bosnien vorwirft. Schaden: 5085 Euro.

Der Familienvater muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht wegen Wohnungseinbruchdiebstahl in sechs Fällen verantworten. Dazu werden ihm zwei gescheiterte Versuche zur Last gelegt.

Die Tatorte liegen unter anderem in Moosach, Heimstetten, Ismaning, Sauerlach, Emmering oder Fürstenfeldbruck. Nach welchem System er denn bei seinen Einbrüchen vorgegangen sei, will Richterin Elisabeth Ehrl wissen. Nach dem Zufallsprinzip, erklärte der Angeklagte. „Ich habe mich ohne bestimmtes Ziel in die S-Bahn gesetzt.“ Und dann sei er halt irgendwann ausgestiegen.

In der Anklage sind acht Einbrüche oder Einbruchsversuche übrig geblieben bei denen die DNA des Angeklagten gefunden wurde. An die 20 weitere Verfahren gegen Said L. wurden eingestellt. Sie hätten angesichts der angeklagten Taten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft den Braten auch nicht viel fetter gemacht, sprich die Strafe für den Serieneinbrecher wäre nicht wesentlich höher ausgefallen.

Die meisten Einbrüche hat er in Gemeinden rund um München begangen. Aber Said L. war offenbar auch im Auto oder mit Regionalzügen unterwegs. Ein Tatort liegt im Kreis Traunstein. Am 1. August 2013 soll der 52-Jährige in ein Anwesen in Vachendorf eingestiegen sein.

Ein gekipptes Fenster auf einem Bauernhof dort bot dem Einbrecher eine willkommene Gelegenheit. Dass im ersten Stock die Hausbewohner friedlich schliefen, störte den Einbrecher nicht. Er durchsuchte das Erdgeschoss, fand aber nur 40 Euro Bargeld.

Überhaupt boten die nach dem Zufallsprinzip ausgesuchten Häuser meist nur wenig Lukratives. Die größte Beute fiel ihm bei einem Einbruch in Heimstetten in die Hände. Mit Akku-Bohrer und einem zurechtgebogenen Eisen war es ihm damals gelungen, die Terrassentür aufzuhebeln.

Drinnen fand der 52-Jährige in diesem Fall 1650 Euro Bargeld. Und hatte wieder großes Glück, nicht erwischt zu werden. Im ersten Stock schlief die Hauseigentümerin, während er sich im Erdgeschoss zu schaffen machte. Auch der Hund des Hauses verschlief den Einbruch komplett.

Der Einbrecher soll auch mal an einem der Tatorte übernachtet haben. „Man hat eine linke Socke von ihnen gefunden“, versuchte die Richterin seiner Erinnerung nachzuhelfen. Doch daran konnte sich der ansonsten geständige Said L. nicht erinnern.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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