Landgericht Dilettantischer Überfall auf Münchner Sex-Shop

Soll einen Sex-Shop überafllen haben: Emilio F. vor Gericht. Foto: jo

Sein mutmaßlicher Komplize hat ihn verpfiffen. Jetzt steht Emilio F. wegen eines Überfalls vor Gericht

 

München - Erst hat er seinen mutmaßlichen Raub-Komplizen schwer belastet, dann hat er sich nach Kuba abgesetzt. Pedro F. (Namen geändert) war wegen des Überfalls auf einen Sex-Shop in der Schwanthaler Straße zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Im Prozess belastete er den Kubaner Emilio F. (45). Der steht seit Montag nun seinerseits vor Gericht. Die Anklage wirft ihm gemeinschaftlich begangenen versuchten schweren Raub und gefährliche Körperverletzung vor. Der Hintergrund der Anklage: Am 27. Dezember 2011 waren zwei maskierte Männer in den Sex-Shop gekommen.

Laut Anklage war der Lagerist Emilio F. einer von beiden. Sein Komplize bedrohte den Verkäufer mit einer täuschend echt aussehenden Schreckschusspistole. Verkäufer Peter L. hatte Angst um sein Leben. Er rief um Hilfe. Pedro C. drängte ihn daraufhin in eine Videokabine, schlug auf sein Opfer ein. Emilio F. sollte Peter L. mit Kabelbinder fesseln. Doch das Opfer wehrte sich so sehr, dass der Fesselungsversuch misslang.

Stattdessen suchte Emilio F. nun die Verkaufsräume nach Bargeld ab. Und hatte wieder Pech. Zwar fand er die Wechselgeldkassette des Erotikladens, doch als er sie öffnete, war die Kassette leer. Der Verkäufer hatte kurz vor dem Überfall 1500 Euro daraus entnommen und sie im Safe sicher verstaut.

Inzwischen hatte das Opfer aufgrund des unprofessionellen Verhaltens der Räuber gemerkt, dass die Pistole wohl nicht echt war. Er stieß Pedro F., der immer noch die Pistole in der Hand hielt, in die Kabine und floh dann durch den Notausgang. Als sich Pedro F. davonstehlen wollte, wurde er von einem alarmierten Polizisten festgehalten. Seinem Komplizen gelang die Flucht. Erst im Dezember 2013 wurde auch Emilio F. verhaftet.

Zur Tat wollte er gestern zunächst nichts sagen. Ein unbeschriebenes Blatt ist er für die Justiz aber nicht. Wegen Vergewaltigung und Rauschgifthandel hat der 45-Jährige ebenfalls schon im Knast gesessen. Pedro C. ist derweil nach Kuba abgereist. Seine Mutter sei krank, schrieb er ans Gericht. Das will jetzt noch einmal einen Versuch starten, den Mann, der seine Strafe abgesessen hat, noch einmal zwecks Aussage vor Gericht nach München zu lotsen.

 

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