LaBrassbanda Sportliches Rambazamba

LaBrassBanda machen sich ab 24. Juli für eine Woche auf den Weg quer durch Bayern. Sie wollen an jedem Tag vier Konzerte in Biergärten spielen. Mit dabei haben sie ihr neues Album „Danzn“. Foto: David Königsmann

LaBrassBanda sind ab 24. Juli in 27 bayerischen Biergärten unterwegs – bei freiem Eintritt und mit dem neuen Album „Danzn“ im Gepäck

 

Wer ab 24. Juli eine 30-Mann-Crew mit lindgrünem Mercedes-Oldtimer, altem gelbem ADAC-Verkehrssicherheitskäfer und diversen VW Bullis in Bayern fahren sieht, sollte gleich für die ganz persönliche Ladung Brass-Pop hinterherfahren: LaBrassBanda sind ab diesem Datum mit ihrem neuen Album „Danzn“ auf Tour und versuchen sich gleichzeitig an einem kleinen, inoffiziellen bayerischen Weltrekord.

Innerhalb von einer Woche wollen sie insgesamt 27 bayerische Biergärten abfahren – das macht durchschnittlich vier Biergärten am Tag. Beginn ist am 24. Juli in Reit in Winkl, das krönende Ende folgt am 30. Juli in Landshut. Motto der Tour ist bei freiem Eintritt „Rettet die Wirte und die Kultur.“ Nach der langen Corona-Pause wollen die Musiker das „alte Leben“ vor dem Virus und seinen Einschränkungen wieder ein bisschen zurückholen.

Duell in der Oberpfalz

Stefan Dettl, Sänger und Trompeter der Band, ist von dem Weltrekordversuch überzeugt. Seine Begründung, vielleicht nicht ganz ernst gemeint: „Erstens gibt es sonst keine wirklichen Biergärten außerhalb von Bayern, zweitens macht das sonst keiner und drittens wird uns der Josef Menzl sowieso nach einem Tag den Titel streitig machen. Aber den einen Tag freuen wir uns drüber“, sagt Dettl – und fordert hiermit ganz offiziell auch die Kapelle Josef Menzl, Volksfest-Blasmusik-Helden aus der Oberpfalz, zum Duell heraus.

Seit Mitte April haben die Musiker von LaBrassBanda auf die Tour hingeplant, mit dem bayerischen Dehoga sowie der Staatsregierung (Ministerpräsident Markus Söder ist sogar Tour-Schirmherr) ein Hygienekonzept erarbeitet. Schlagzeuger Manuel da Coll: „Auf unseren Konzerten ist noch nie jemandem etwas Schlimmeres passiert. Das soll auch so bleiben.“

Jetzt macht sich die Band auf, die Biergarten- und Musikkultur wieder zu beleben. Die Band spannt sozusagen ihren ganz eigenen Rettungsschirm auf – medienwirksam, denn sie wollen Aufruhr erregen mit der Fahrt durch ganz Bayern.
Trompeter Jörg sagt – vielleicht nicht ganz ernst gemeint, wie das bei den Bandas gerne mal der Fall ist – dass er die gesamte Tour mit dem Radl fahren will. Ausgerechnet haben sie noch nicht, wie viele Kilometer sie wohl zurücklegen werden: „Aber wahrscheinlich einmal zum Mond und zurück“, sagt da Coll. „Oder halt um das Saarland einmal rundherum.“

Das Feuerwehrauto ist zerlegt

Die Zeit mit Corona war für die Band ungewohnt; waren sie doch die vergangenen zwölf, 13 Jahre dauerhaft im Sommer auf Tour. Sie musssten sich plötzlich mit sich selber und anderen Projekten beschäftigen, denn das neue Album war schon lange fertig, hätte eigentlich bereits im März erscheinen sollen. „Jetzt klappt’s endlich“, sagt da Coll. Normalerweise haben sie auf einem Festival vor so vielen Zuschauern gespielt wie jetzt auf der ganzen Tour. „Aber das Kulturleben muss endlich wieder beginnen, wenn auch in klein“, sagt da Coll.

Wer sich noch an die alten LaBrassBanda-Touren mit dem legendären Feuerwehrauto erinnert, wird eventuell enttäuscht sein; das knallrote Auto ist zwar noch dabei, aber kleingeschnitten als Teil der Bühnendeko. Weil es nicht mehr fahrtüchtig war, haben sie es kurzerhand zerteilt – und sind auf andere Oldtimer umgestiegen.

Wieso sie nicht mit einer kleinen, normalen Tour anfangen? Aus Selbstschutz, sagt Dettl. „Eigentlich wollte ich fünf Biergärten am Tag machen, sie mussten mich bremsen.“ Denn wenn die Band was zu tun hat, läuft sie nicht Gefahr, selbst zum Biergarten-Inventar zu werden. „Sportliches Rambazamba“ nennt Dettl die Tour – oder halt nur: „Wir machen einfach jeden Schmarrn mit.“ 

Termine in München: 25. Juli, 12 Uhr: Hirschau im Englischen Garten, 14 Uhr: Hofbräukeller am Wiener Platz, 16 Uhr: Seehaus im Englischen Garten, 19 Uhr: Paulaner am Nockherberg, Eintritt frei, keine Reservierung

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