Kurzkritik Kontrolliertes Chaos

Farbspritzer und Trommelwirbel: Die Blue Man Group. Foto: Lindsay Best

Die Blue Man Group zeigt im Deutschen Theater Altbekanntes

 

Luftschlangen über den Stühlen, Farbkleckse auf dem Boden: Am Ende sieht es im Deutschen Theater aus, als wäre eine wilde Party eskaliert. Das Chaos hinterlassen hat die Blue Man Group, die hier gerade ihr Programm „Die einzige Show so bunt wie das Leben“ über die Bühne gebracht hat.

In den 90 Minuten tun die drei blau geschminkten Männer das, wofür das Publikum sie kennt und liebt. Sie trommeln, albern mit den Zuschauern und machen Sauereien – auch am Rand des guten Geschmacks. Da spritzt Speisebrei über die Bühne und einem Zuschauer wird, zumindest vorgeblich, eine Kamera bis hinter die Speiseröhre in den Rachen geschoben.

Party mit Eskalation

Doch trotz dieser vermeintlich anarchischen Momente bleibt echtes Chaos aus. Was einst als experimentelle Performance-Kunst in New York begann, ist heute eine gut geschmierte Unterhaltungsmaschine. So wirkt auch die Show im Deutschen Theater recht glatt, die Gags einstudiert. Platz für echte Überraschungen gibt es wenig. Dafür überzeugt die Lichtshow mit spektakulären Effekten, und wenn die blauen Männer auf Instrumenten aus Abflussrohren Musik machen, ist das zwar nicht neu, aber immer noch mitreißend.

Zum Finale geben die Blue Men dann noch einmal alles: Riesige Leuchtballons fliegen in den Zuschauerraum. Mit denen darf das Publikum seinem Spieltrieb freien Lauf lassen. Zumindest für fünf Minuten, dann müssen die Ballons wieder auf die Bühne. Die Blue Men beenden die Party – mit Trommeln statt Eskalation.

Die Blue Man Group ist noch bis zum 1. April im Deutschen Theater zu sehen. Karten unter Telefon 089/ 52  34  444

 

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