Kuriose Schlager-Einlage Völlig irre: Löwen-Fan stürmt Gottesdienst in der Frauenkirche

Ein Löwen-Fan hat am Mittwochabend eine Messe in der Frauenkirche gestürmt. Foto: dpa/Marc Müller/privat/AZ

Aufregung bei der Abendmesse: In der Frauenkirche schnappt ein Münchner mit 1860-Fanschal sich das Mikrofon und singt so laut, dass allen die Ohren klingen. 

München - Nicht unbedingt schön, aber zumindest schön laut schmetterte ein Fußball-Fan aus München am Mittwoch zur Abendmesse vom Altar der Frauenkirche aus einige Schlager und dazu auch ein paar Weihnachtslieder – bis den Sänger schließlich die Polizei abholte. Die Gläubigen hatten sich im Dom zur Andacht versammelt. Um 17.30 Uhr sollte der Gottesdienst beginnen, als plötzlich ein Mann in einem weißblauen Fußballtrikot und mit einem Löwen-Schal um den Hals in Richtung Altar stürmte.

Löwen-Fan überrscht Gemeinde mit diesem Lied

Er schnappte sich das Mikrofon, das der Mesner für den Pfarrer und die Messe bereitgelegt hatte. Während sich die Gottesdienstbesucher verwundert fragten, was der etwa 50 Jahre alte Mann zu verkünden habe, schmetterte der plötzlich aus voller Brust los. "Ich bin der Anton aus Tirol", sang der Fußball-Fan. Dann stimmte er noch einige andere Schlager an. Nicht unbedingt das Programm, das man kurz vor dem Start des Advents im Dom erwarten möchte.

Augenzeuge: "Er hat nicht besonders schön gesungen"

"Er hat nicht besonders schön gesungen, obwohl er gar keine schlechte Stimme hatte", berichtet Augenzeuge Peter Seitz (69). Der Sänger machte einen wirren Eindruck. In der Fußgängerzone sah man ihn früher öfter mit einer Aktentasche unterm Arm, wie er lauthals die christliche Lehre verkündete.

Die Gläubigen wussten nicht so recht, wie sie auf die unverhoffte Showeinlage reagieren sollten. Zumal der Mann im Löwen-Schal nach den Schlagern und einigen Kinderliedern nun auch noch eine bunte Palette an Weihnachts- und Adventsliedern zum Besten gab.

"Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum", schmetterte er ins Mikrofon. "Stille Nacht, Heilige Nacht" durfte natürlich auch nicht fehlen. Wobei bei letzterem Weihnachtsklassiker "ihm ein bisserl der Text abhandenkam", sagt Peter Seitz. "Außerdem hat der Mann viel zu laut gesungen."

Löwen-Fan lässt sich nicht aufhalten

Etwa eine Viertelstunde lief das Showprogramm des Fußball-Fans. Der Mesner versuchte, ihm das Mikro aus der Hand zu nehmen und bat den Mann höflich, er solle nicht weiter den Gottesdienst stören und die Kirche verlassen. Doch das machte den Zwei-Zentner-Mann nur wütend. "Fass mich nicht an, Flossen weg", fauchte er den Mesner an.

Schließlich kamen mehrere Männer eines privaten Sicherheitsdiensts. Die eskortierten den wildgewordenen Sänger höflich, aber bestimmt vor die Frauenkirche und übergaben ihn dort der Polizei. Das Erzbischöfliche Ordinariat München ließ Milde walten und verzichtete darauf, den singenden Löwen-Fan wegen Hausfriedensbruchs anzuzeigen.

 

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