Kunstaktion in der Altstadt Der Buddha geht auf Reisen

Ende einer Kunstaktion: Der liegende Buddha vom Viktualienmarkt wird abgebaut und auf einem Tieflader festgezurrt. Foto: Inga Kjer/dpa

Die Münchner Buddhisten können aufatmen. Das umstrittene Kunstwerk vom Viktualienmarkt ist weg. Was mit ihm passiert.

 

Altstadt - Kaum eine Kunstaktion in den letzten Jahren hatte für eine derart negative Resonanz gesorgt. Buddhisten in aller Welt kritisierten den im Schmutz liegenden Buddha

„Die Aussage ist so schwach“, sagte etwa Werner Huschka von der Deutschen Buddhisten Union. „Man könnte ein Etikett dranmachen oder eine Gravur an anderer Stelle - aber eine umgestürzte Statue ist aus traditioneller Sicht eine Beleidigung.“

Auch wenn Buddhisten Statuen nicht als göttlich verehren, glauben sie, dass von ihnen eine große Energie ausgeht. „Liegt die Statue auf der Seite, hat das eine schlechte Wirkung“, sagte Huschka.

Das städtische Kulturreferat ließ sich durch die weltweiten Proteste allerdings nicht beeinflussen. Die Aktion „A Space Called Public/Hoffentlich Öffentlich“ zweier Skandinavier, bei der Kunstobjekte an öffentlichen Plätzen in München ausgestellt wurden, lief programmgemäß weiter.

Erst jetzt wurde der Buddha auf einen Tieflader gepackt und in Richtung Berlin geschickt. Er soll vom im Dreck liegenden Buddha vom Viktualienmarkt zum sitzenden Buddha an der Spree werden.

Die Berliner freuen sich "sehr darüber, dass wir die Buddha-Statue vom Münchner Viktualienmarkt  in unserem Tempel in Berlin willkommen heißen werden. Lasst uns diesem Buddha ein Zuhause geben!“

Mit diesen Worten bekräftigte Ringu Tulku Rinpoche, der spirituelle Leiter von Bodhicharya Deutschland, seine Entscheidung, der Buddha-Figur einen angemessenen Platz im Tempel des Buddhistischen Zentrums in Berlin zu geben.

 "In dem Moment, in dem diese wunderschöne Statue ihren Platz in unserem Tempel einnimmt, wird sie kein Ausstellungsstück mehr sein, sondern uns als Inspiration dienen. Wir danken dem Künstler, der Stadt München und den Kuratoren Studio Elmgreen & Dragset für diese großzügige Gabe und sind sehr froh darüber, mit dazu beitragen zu können, die Auseinandersetzungen über die Installation auf dem Viktualienmarkt zu einem für alle friedlichen Ende zu bringen."

„A Space Called Public/Hoffentlich Öffentlich“ kostete 1,2 Millionen Euro, finanziert von der Stadt.

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